Unsinn mit Wahrheitsgehalt

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 Unsinn mit Wahrheitsgehalt – das hat Kabarettist Götz Frittrang den Besuchern in der Kulturscheuer Farrenstall geboten.
Unsinn mit Wahrheitsgehalt – das hat Kabarettist Götz Frittrang den Besuchern in der Kulturscheuer Farrenstall geboten. (Foto: Franz Mayer)
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Bei der letzten Veranstaltung im Farrenstall für dieses Jahr hat der Kabarettist Götz Frittrang ein begeistertes Publikum über zwei Stunden lang mit gesellschaftlichen Reflexionen zum Lachen gebracht. Die Kulturscheuer war ausverkauft.

Zählen 30er und 40er zu den Jungen? Viele „Dreißiger und Vierziger“ habe Frittrang im Publikum entdeckt, lässt er die (noch) ungläubigen Zuhörer wissen. Etwas verhalten wollen sie es ihm schier nicht abnehmen. „Doch, doch“, überzeugt er, „ich meine doch die Jahrgänge“ – und die ersten Lacher gehen durch die Reihen. Dabei zählt der 42-Jährige nicht einmal zum „Mittealter.“ Die schillernden Figuren aber, die er in seinen „Jung-Alt -Konflikt“ von Kinderjahren am Bodensee, mit Angst und Einschüchterung als Erziehungsmittel projiziert, hat er kaum selber erleben können. Aber diese geistigen Bilder, denen er Leben verleiht, sind für manchen seiner Zuhörer tatsächlich Kindheitserinnerungen.

Glaubhaft klingt seine Abscheu gegenüber der Online-Manie und der Sucht vieler Zeitgenossen, auch die banalsten Dinge mit dem Handy zu fotografieren und dieses auch noch zu versenden. Viel Applaus gibt’s auch zu seinen Fiktionen über eine vom Handy befreiten Gesellschaft. Er bedenkt aber eine möglicherweise daraus entstehende Gefahr für die bereits Süchtigen, weil die dennoch ständig einen Summton in der das Handy beherbergenden Hosentasche zu hören glaubten, das „Phantomvibrierten“. Er kenne nur ein Computerspiel bei dem er mitmache und mit etwas Glück sogar Geld verdiene. „Hast du Pech dagegen“, warnt er „sperren sie dich ein“. Die Rede war von Elster, das Steuerprogramm des Finanzamts.

Schwabenreiseführer und Seniorenausflug

Unzählbar sind die über zwei Stunden, ohne Spickzettel geschilderten absurden Situationen – mit einer längeren Pause dazwischen – und dann gibt’s noch einen „Reiseführer für Schwaben.“ Und die hätten es nicht leicht, seien sie doch vom „Seidenbachermüslisprecher“ verulkt, denn andere Stämme glaubten, dass Schwäbisch so klinge. Zum Schluss warnt er noch, dem „Witzeerzähler“ bei der Seniorenfahrt nicht zu lang zu applaudieren, denn dieser habe mehrere Hundert in seinem Ordner. Nicht mit Applaus sparen die Besucher bei Frittrang, der dann auch eine Zugabe parat hat.

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