Sporthalle Neuler: 30 Zentimeter Höhenunterschied machen 40 000 Euro Mehrkosten aus

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 Das verbliebene Kellergeschoss der Brühlschule. In allen verfügbaren Plänen der Schule war die Erdgeschossfußbodenhöhe falsch e
Das verbliebene Kellergeschoss der Brühlschule. In allen verfügbaren Plänen der Schule war die Erdgeschossfußbodenhöhe falsch eingetragen worden. Das sorgt jetzt für Probleme. (Foto: Bauch)
Martin Bauch
Freier Mitarbeiter

Alles andere als ein Aprilscherz: Der Gemeinderat Neuler hat von der Verwaltung und dem Architekten erfahren, dass es beim Bau der neuen Sporthalle zu einer Komplikation gekommen ist. Die Gemeinderäte haben sich daraufhin nicht gerade erfreut gezeigt.

Eine dicke Überraschung erwartete den Gemeinderat Neuler bei seiner Aprilsitzung. Nach dem Abriss des alten Gebäudeteils der Brühlschule wurde der verbliebene Kellerraum, der künftig als Verbindungsgang zwischen der Brühlschule und der Schlierbachhalle dienen soll, planungsgemäß abgedichtet. Bei einer Überprüfung der Höhenverhältnisse zwischen Brühlschule und Schlierbachhalle wurde jetzt aber festgestellt, dass die Höhenangaben in allen verfügbaren Plänen der Brühlschule falsch angegeben waren. Die sogenannte Erdgeschossfußbodenhöhe (EFH) wird etwa 30 Zentimeter gegenüber den Planunterlagen überschritten.

„Die EFH ist für uns aber bindend“, sagte Architekt Mathis Tröster vor dem Gemeinderat. Eine missliche Lage, denn um die notwendige gleiche EFH-Höhe wie im Bestand der Schlierbachhalle zu erhalten, muss nun die Kellerdecke im Bereich der neuen Halle um 30 Zentimeter abgesenkt werden. Was sich im Bezug auf die verbleibende Raumhöhe von etwa 2,20 Metern kaum als Problem erweist, macht in der Ausführung dieser Baumaßnahme aber durchaus Sorgen. „Wir müssen beim Abtragen der jetzigen Kellerdecke mit äußerster Sorgfalt vorgehen, da sonst die Gefahr besteht, dass uns die Kellerwände ohne dieses stützende Element einstürzen“, so Tröster. Trotz der erschwerten Bedingungen bleibt der Architekt zuversichtlich, dass diese Aufgabe gemeistert werden kann. „Wir werden mit äußerster Sorgfalt vorgehen“, verspricht Tröster.

Mehrkosten ärgern den Gemeinderat

Etwas überrascht zeigte sich der Gemeinderat über diese Entwicklung beim Bau der Sporthalle. Auf die Frage, ob denn die falsche Höhenlage hätte nicht früher erkannt werden können, antwortete Tröster. „Wir haben alle verfügbaren Pläne überprüft. Und auf allen war die Höhenlage falsch eingetragen“, so Tröster. Das die zusätzliche Maßnahme nun gute 40 000 Euro mehr kostet, ärgert den Gemeinderat zusätzlich. Ein weiterer Punkt, den die Gemeinderäte kritisieren, ist, dass noch jüngst eine abdichtende Schicht aus Bitumen auf die Kellerdecke aufgebracht wurde. Diese muss jetzt aufwendig entfernt und entsorgt werden. „Das Ärgerliche ist, dass wir für etwas zahlen müssen, was wir eigentlich nicht gebraucht hätten, und zudem noch für die Entsorgung des Bitumenmaterials aufkommen müssen“, so Bürgermeisterin Sabine Heidrich. Der Gemeinderat sprach sich einstimmig für die vorgeschlagene Korrekturmaßnahme aus.

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