Großer Andrang bei Typisierungsaktion für schwer krankes Mädchen

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Der Andrang ist überwältigend gewesen: Hunderte Menschen sind dem Aufruf zu einer Stammzellenspende für Nataly in Neuler gefolg
Der Andrang ist überwältigend gewesen: Hunderte Menschen sind dem Aufruf zu einer Stammzellenspende für Nataly in Neuler gefolgt. (Foto: Martin Bauch)
Freier Mitarbeiter

Marco Göller, Vater der schwer erkrankten Nataly aus Neuler, kann wieder neue Hoffnung schöpfen. Dem dringenden Aufruf, sich für eine Stammzellenspende, die Natalys Leben retten könnte, registrieren zu lassen, sind viele Hundert Menschen aus nah und fern gefolgt. Die große Aktion fand in der Schlierbachhalle von Neuler statt.

Bereits vor Beginn der Aktion standen die potenziellen Stammzellenspender Schlange vor der Hallentür. Pünktlich um 13 Uhr wurden die ersten freiwilligen Spender in die Halle gelassen, wo sie bereits von über hundert freiwilligen Helfern und Mitarbeitern der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) an den zahlreichen Tischen erwartet wurden.

Nataly will leben
DKMS-Typisierungsaktion in Neuler für Nataly.

„Das ist schon eine sehr beeindruckende Aktion und Leistung der Organisatoren dieser DNA-Typisierungsaktion für Nataly“, sagte Laura Riedlinger, die bei der DKMS für die Spenderneugewinnung und Aktionsbetreuung zuständig ist. „Es ist alles bestens organisiert hier. Unser Dank gilt den Initiatoren und den vielen Helfern“, so Riedlinger.

Claudia Wegelin, eine enge Freundin der Familie Göller und Mitglied der Initiativgruppe „Nataly will leben“, freut sich ebenfalls über den großen Zuspruch der lebensrettenden Aktion. „Es ist einfach überwältigend, wie viele Menschen nach Neuler gekommen sind. Keine Ahnung, wie viele ich schon selbst registriert habe, aber ich mache selbstverständlich bis zum Torschluss um 18 Uhr weiter“, sagt Wegelin.

Die engagierte Helferin ist selbst auch Präsidentin des Frauen-Motorrad-Clubs MC Bad Maids. Durch ihre vielen Kontakte zu anderen Motorradclubs, die wiederum auch andere Clubs kennen, fiel es ihr nicht schwer, deren Mitglieder zum Mitmachen bei der Stammzellenaktion zu motivieren. „Die sind zuhauf gekommen“, sagt Wegelin stolz und lobt gleichzeitig ihre Mädels, die in den letzten Tagen auf ihren Motorrädern mehr als 3000 Flyer in der Region verteilt haben, die auf die DKMS-Aktion in Neuler hingewiesen haben.

300 Registrierungennach einer Stunde

„In der ersten Stunde hatten wir schon über 300 offizielle Registrierungen“, meinte Riedlinger, die von einem großen Erfolg sprach. Nach drei Stunden waren es sogar schon über 900 Stammzellenspender, die sich haben registrieren lassen. „Wir denken, da sind wir uns ganz sicher, dass wir die 1000er-Marke knacken werden. Wir haben ja noch zwei Stunden Zeit dafür“, sagt Riedlinger hoffnungsvoll.


Natalys Vater Marco Göller ruft zur großen Registrierungsaktion der DKMS am Sonntag auf.
Natalys Vater Marco Göller ruft zur großen Registrierungsaktion der DKMS am Sonntag auf. (Foto: Martin Bauch)

Vater Marco Göller ist überwältigt von dem großartigen Anblick in der Halle. „Einfach nur gigantisch, diese Bereitschaft, helfen zu wollen, diese Menschenmengen und auch noch viele davon von so weit her angereist. Ich möchte einfach nur allen danken“, sagt Göller.

Er selbst läuft unermüdlich durch die Tischreihen und redet mit vielen der Spender persönlich, läuft mal da-, mal dorthin und ist immer am Organisieren. Die vielen Menschen kommen aber nicht nur einfach zum Stammzellenspenden, sondern spenden sehr oft auch Geld für diese Aktion.

Der Charaktereines Familientreffens

Wer noch ein bisschen Zeit mitgebracht hat, der konnte es sich bei Kaffee und Kuchen gut gehen lassen. Auch für die Unterhaltung der Kinder war mit einer großen Hüpfburg und Kinderschminken gesorgt. „So habe ich es mir gewünscht, die ganze Aktion sollte den Charakter eines großen Familientreffens haben“, sagt Göller glücklich. Jetzt ruhen die ganzen Hoffnungen darauf, dass unter den zahlreichen Spendern zumindest ein genetischer Zwilling für Nataly dabei ist, der ihr das Leben retten kann.

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