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„Salve“ - hier spricht Bauer Bergmann (Egon Hartner, rechts) als Kaiser Nero und sieht sich in der Rolle eines Herrschers, der seine Sklaven dirigieren kann. (Foto: Hügler)
Edwin Hügler

Was macht ein Härtsfelder Bauer, wenn auf seinem Grundstück die Reste einer römischen Villa entdeckt werden? Klar, er fühlt sich wie Kaiser Nero, gibt sich selbstherrlich und sieht die Zukunft in den rosigsten Farben. Zu welchen Verwicklungen dies alles führen kann, zeigte die Theatergruppe des Kulturvereins Schweindorf mit dem Lustspiel „ Der Bauern-Nero“ von Ralf Kaspari. Die Zuschauer in der voll besetzten Carl-Bonhoeffer-Halle haben sich prächtig amüsiert.

Es ist schon erstaunlich, was der Kulturverein seit 40 Jahren immer wieder auf die Beine stellt. Auch dieses Mal präsentierten sich die Akteure unter der Regie von Karlheinz Wagner voller Spiellust und demonstrierten ihr komödiantisches Talent. Immer wieder brandete spontaner Szenenapplaus auf.

Zum Inhalt: Der Landwirt Albert Bergmann (Egon Hartner) hat mit seinem Freund, dem Bürgermeister Walter Stadler (Horst Gröninger), ein raffiniertes System ausgeklügelt, um an Kredite zu kommen. Da wird der örtliche Bankdirektor schon einmal mit Brennholz und Schweinehälften bestochen. Außerdem hat der Bauer der Bank ein fünf Hektar großes Grundstück, das ihm gar nicht gehört, als Sicherheit übereignet, um ein neues Wirtschaftsgebäude bauen zu können.

Lang anhaltender Applaus für alle Akteure

Als die neue Filialleiterin Musweiler-Blankenrath (Evi Liebscher) die Leitung der Bank übernimmt, droht der Schwindel aufzufliegen, denn die Bankerin durchschaut das Spiel schnell. Zu allem Unglück für den Bauern will seine resolute Tochter Marion (Michaela Schwarz) als diplomierte Landwirtin auch noch den Hof auf Bio umstellen. Seine Frau Christa Bergmann (Anja Gottschlich-Kohnle) verlässt den glücklosen Landwirt und sein etwas dümmlicher Sohn Thomas Bergmann (Guntram Kohnle) ist zu nichts so recht zu gebrauchen. Zudem kreuzt auf dem Hof die Studentin Marlies (Ramona Hager) auf, die als Aushilfsmagd für Furore sorgt.

Dann die vermeintlich gute Nachricht: Bei Bauarbeiten auf dem Hof werden Überreste eines römischen Bauwerks gefunden. „Salve“ - hier spricht Bauer Bergmann als Kaiser Nero und sieht sich in der Rolle eines Herrschers, der seine Sklaven dirigieren kann. Als dann auch noch Wasser fließt, glaubt der Bauer an eine römische Quelle – doch es handelt sich um einen Wasserrohrbruch.

Die fesche Archäologin Rita Steinbeisser (Sabine Wick) und ihr Assistent Herbert Weiler (Christian Wagner) werden hinzugezogen, um das Ganze aufzuklären. Dem Bauern droht der Abriss seines Wohngebäudes, um die darunter liegende römische Villa freizulegen. Die Bagger rücken bereits an, als Herbert Weiler zusammen mit der Studentin Marlies auf dem Grundstück, das dem Bauern gar nicht gehört, die römische Villa entdeckt.

Zum Glück haben die Tochter des Bauern und die Studentin, die sich als Verwandte entpuppt, dieses Grundstück geerbt. Das Wohnhaus kann somit stehen bleiben und auf dem Grundstück soll ein Feriendorf mit archäologischem Park errichtet werden. So sind eigentlich alle zufrieden. Es bleibt nur ein Unglücksrabe: Sohn Thomas, der sich unsterblich in Marlies verliebt hat. Da diese eine Verwandte ist, erhält Thomas einen Korb. Den Blumenstrauß, der er für seine Angebetete besorgte, bekommt die Kuh Eugenie.

Das Publikum belohnte nicht nur die Bühnenakteure, sondern auch Regisseur Karlheinz Wagner, Martin Hager für das Bühnenbild, Souffleuse Yasmin Wunder, Maskenbildnerin Irmgard Endreß sowie Harald und Marcel Riedel, die für Ton und Technik verantwortlich waren, mit lang anhaltendem Schlussapplaus.

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