Neuer Windpark bei Forheim: Den Lärm haben die Nachbarn

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 Ein geplanter Windpark im bayerischen Forheim sorgt für Ärger – allerdings auf baden-württembergischer Seite.
Ein geplanter Windpark im bayerischen Forheim sorgt für Ärger – allerdings auf baden-württembergischer Seite. (Foto: Jens Battner)

Eventuell ist der Windpark am Montag, 8. April, auch im Gemeinderat Neresheim ein Thema. Das Gremium tagt heute ab 18 Uhr im Rathaus. Unter anderem steht dann auf der Tagesordnung der Erlass einer Geschäftsordnung für den Jugendbeirat der Stadt sowie Bekanntgabe einer Eilentscheidung.

Bekommen Schweindorf und Kösingen den Lärm von drei Windrädern ab, obwohl sie auf Markung Forheim stehen sollen? In der jüngsten Bürgerversammlung in Forheim im Ries kam jedenfalls auch der geplante Windpark zur Sprache. Die Windräder sollen zwar auf Markung Forheim entstehen, aber genau zwischen den beiden Neresheimer Stadtteilen Schweindorf und Kösingen, wie bereits mehrfach von uns berichtet.

In einer Präsentation zeigte nach einem Bericht der „Rieser Nachrichten“ Bürgermeister Werner Thum eine Grafik, wie sich der Schall des Windparks ausbreiten könnte. Forheim wäre demnach nicht betroffen. Zur Höhe der Windräder konnte Thum dem Bericht zufolge aber noch keine verbindliche Auskunft geben. Zur Diskussion steht nach seinen Angaben eine Nabenhöhe, also die Höhe des Rotors, von 125 beziehungsweise 155 Metern Höhe. In Neresheim jedoch geht man bislang von einer Nabenhöhe zwischen 200 und 240 Metern aus.

Häfele will juristisch gegen den bayerischen Windpark vorgehen

Während der Freistaat Bayern vorschreibt, dass die Entfernung von der Wohnbebauung das Zehnfache der Nabenhöhe betragen muss, reichen in Baden-Württemberg 750 Meter aus. Der geplante Windpark soll jeweils einen Kilometer von Schweindorf und Kösingen entfernt sein, aber zwei Kilometer von der Wohnbebauung in Forheim. Entstehen soll er auf einem Areal, das dem fürstlichen Haus Oettingen-Wallerstein gehört. Ob dieses allerdings einer Verpachtung an die Projektgesellschaft zustimmt, ist bislang unklar.

Jedoch hat der Forheimer Gemeinderat bereits eine wichtige Voraussetzung für das Projekt geschaffen, indem er einstimmig die Aufstellung eines Bebauungsplanes beschlossen hat. Die Windräder könnten dem Forheimer Bürgermeister Werner Thum zufolge 2022/2023 in Betrieb gehen.

Sein Neresheimer Amtskollege Thomas Häfele jedoch will einen Strich durch diese Rechnung machen, denn er hat bereits juristische Schritte gegen das Vorhaben angekündigt. Er argumentiert nämlich, wenn auf bayerischem Boden gebaut werde, müsse die bayerische Verordnung gelten, in der überdies von Wohnbebauung und nicht lediglich von bayerischer Wohnbebauung die Rede sei. Den Konflikt, hatte Häfele weiter gemutmaßt, könne wohl nur ein Gericht lösen.

Eventuell ist der Windpark am Montag, 8. April, auch im Gemeinderat Neresheim ein Thema. Das Gremium tagt heute ab 18 Uhr im Rathaus. Unter anderem steht dann auf der Tagesordnung der Erlass einer Geschäftsordnung für den Jugendbeirat der Stadt sowie Bekanntgabe einer Eilentscheidung.

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