Zahlreiche Zuhörerinnen und Zuhörer waren zur Einwohnerversammlung in die Turn- und Festhalle in Dorfmerkingen gekommen.
Zahlreiche Zuhörerinnen und Zuhörer waren zur Einwohnerversammlung in die Turn- und Festhalle in Dorfmerkingen gekommen. (Foto: Turad)
Viktor Turad
Freier Mitarbeiter

Für Furore gesorgt hat bei der Einwohnerversammlung in Dorfmerkingen die Absicht der Stadt Bopfingen und der Firma Bortolazzi, den Steinbruch am Sandberg zur Renaturierung mit Material von der ICE-Baustelle bei Ulm verfüllen zu lassen. Dies werde zu einer starken Verkehrsbelastung durch Lastwagen führen, deren Route von der Autobahn bei Elchingen über das hintere Härtsfeld führt, wird befürchtet. Dem tritt jedoch der Bopfinger Bürgermeister Gunter Bühler entgegen. Der zusätzliche Verkehr werde kaum spürbar sein.

Der Neresheimer Bürgermeister Thomas Häfele sprach zu Beginn der gut besuchten Versammlung in der Turn- und Festhalle über die Vorhaben in der Gesamtstadt, zu denen auch ein Projekt in Dorfmerkingen gehört. Aus dem früheren Schulhaus wird ein Gemeinbedarfsgebäude. Darüber informierte im Stadtbaumeister Bernd Wengert. Für das 1,5-Millionen-Euro-Vorhaben bekommt die Stadt Zuschüsse aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR).

Die Idee ist, Vereine, Kindergarten, Grundschule und Ortschaftsverwaltung unter einem Dach zusammenzuführen. Dafür bekommt das Gebäude einen Anbau, die Elektroinstallation wird komplett erneuert. Die Rohbauarbeiten gehen Wengert zufolge dem Ende entgegen. Im September oder Oktober soll das Gebäude genutzt werden können. Die Außenanlagen werden jedoch erst im Frühjahr kommenden Jahres in Angriff genommen. Bürgermeister Thomas Häfele nannte das Projekt zukunftsweisend.

Während der Bauarbeiten muss der Kindergarten allerdings ausquartiert werden. Er ist im Heim der Sportfreunde Dorfmerkingen untergekommen. Häfele dankte ausdrücklich dafür, denn die Alternative wäre nach seinen Worten gewesen, Container aufzustellen, mit denen man jedoch keine guten Erfahrungen gemacht habe. Bei den Sportfreunden fühlten sich die Kinder wohl. Zufrieden seien auch die Schulkinder, die übergangsweise in Ohmenheim unterrichtet würden. Die Ortschaftsverwaltung schließlich hat bei der Feuerwehr Unterschlupf gefunden.

Häfele und Isabelle Mugele, die stellvertretende Leiterin des Bauverwaltungsamtes, teilten mit, dass die Stadt im Bereich Sandgrube ein 1,2 Hektar großes Areal gekauft hat. Dort sollen zehn bis zwölf Bauplätze ausgewiesen werden. Die Erschließung soll allerdings erst in etwa zwei Jahren angegangen werden, denn noch seien zwei Bauplätze im Bereich Sandgrube zu haben, während es in der Kernstadt beispielsweise bereits Wartelisten gebe. Wenn sich in Dorfmerkingen jedoch früher ein großer Bedarf nach Bauplätzen zeigen sollte, könnte man die Erschließung vorziehen, versicherte Häfele.

„Was ist bei der Bundesstraße 29 geplant?“, lautete die Frage eines Zuhörers. Mit dieser Sache sei er in seiner bislang 13-monatigen Amtszeit nicht ein einziges Mal befasst gewesen, erwiderte Häfele. „Da will keiner so richtig ran, weil es wohl schon zu viel verbrannte Erde gibt“, mutmaßte der Bürgermeister. Für die Stadt hätten daher auch die Ortsumfahrungen Elchingen, für die bereits Flächen aufgekauft worden seien, und an der Bundesstraße 466 Vorrang. Bei der B29 werde vor dem Jahr 2040 ohnehin nichts passieren.

Klagen wurden auch laut, weil auf dem hinteren Härtsfeld zu schnell gefahren werde. Die Forderung nach einem Blitzer konterte Häfele: Aufstellen müsste diesen die Kommune für 55 000 Euro, die Einnahmen jedoch würde der Kreis kassieren. Daher werde er anregen, dass der Kreis hier auch verstärkt seine mobilen Blitzer einsetzt.

Ortsvorsteher Gerhard Hügler teilte mit, dass es zur Ortschaftsratswahl in Dorfmerkingen zwei Listen geben werde, die aber noch nicht fertig seien. Es werde aber diesmal keine Parteiliste geben.

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