Jubiläum: Norbert Stoffels ist seit einem halben Jahrhundert Priester

Lesedauer: 6 Min
Abt Norbert Stoffels ist seit 50 Jahren Priester.
Abt Norbert Stoffels ist seit 50 Jahren Priester. (Foto: Turad)

Seinen Vorvorgänger wird er nicht mehr übertreffen können. Dr. Bernhard Durst, unter dessen Ägide der junge Norbert Stoffels ins Kloster Neresheim eintrat, leitete als Abt 44 Jahre den Konvent der Benediktiner auf dem Ulrichsberg. Der jetzige, eben Norbert Stoffels, führt die Mönchsgemeinschaft seit nunmehr 34 Jahren und kann damit auf eine der längsten Amtszeiten in Neresheim zurückblicken. Er wurde vor genau 50 Jahren vom damaligen Rottenburger Bischof Dr. Carl-Joseph Leiprecht in der prächtigen Abteikirche Balthasar Neumanns zum Priester geweiht.

Die Wiege des Jubilars stand in Krefeld. Am Niederrhein wuchs er auf und besuchte in seiner Vaterstadt das humanistische Gymnasium. Damit war ein möglicher Lebensweg des jungen Mannes bereits vorgezeichnet. Dass Stoffels dann tatsächlich einen geistlichen Beruf ergriff, hatte auch mit der Begegnung mit Pater Hildebrand zu tun, den er durch ihrer beiden Mitgliedschaft im bundesweit tätigen Bund Neudeutschland (ND) kennenlernte. Eine gemeinsame Fahrt der jungen Leute führte nach Neresheim – und Norbert Stoffels entschloss sich, den Benediktinern beizutreten. Er absolvierte das Noviziat und die einfache Profess, mit der er sich drei Jahre ans Kloster band, ehe er sich in der ewigen Profess für sein restliches Leben auf den Ulrichsberg verpflichtete.

Am 20. August 1961 hatte die Benediktinerabtei, wie die seinerzeitige Aalener Volkszeitung damals schrieb, einen großen Tag in ihrer Geschichte zu verzeichnen. Aus diesem Anlass, hieß es weiter, seien neben dem Bischof viele Gläubige aus der Nähe und vor allem aus den Heimatgemeinden der Weihekandidaten gekommen, „um Zeuge der erhabenen Feier zu sein und durch ihre Anteilnahme zu bekunden, dass sie das hohe Ideal würdigen, das sich wiederum fünf junge Menschen für Gott und ihre Mitmenschen vorgenommen haben.“ Zu Priestern geweiht wurden außer Stoffels Hugo Weihermüller aus Aalen, der am Samstag zusammen mit dem Abt Jubiläum feiert, und Rudolf Walter aus Aulendorf. Dass die Weihe am 20. August stattfand, hatte einen besonderen Grund: 40 Jahre zuvor, am 19. August 1921, war Bernhard Durst zum Abt von Neresheim ernannt worden. Mit der Weihe wollte er Festlichkeiten zu seinem eigenen Jubiläum aus dem Weg gehen. Dies gelang ihm jedoch nicht: Gefeiert wurde es dennoch, am 8. September 1961, dem 40. Jahrestag seiner Abtweihe. Und noch etwas Besonderes war am 20. August 1961: Erstmals erklangen die fünf neuen Glocken des Klosters und riefen die Gläubigen zum Gottesdienst.

Nach Beendigung seiner Studien war es Aufgabe des frischgebackenen Paters Norbert, sich um die Verwaltungsarbeit in der damals gut 30-köpfigen Mönchsgemeinschaft zu kümmern. Ab 1964 war er verantwortlich für den inneren und äußeren Zustand der Gebäude auf dem Ulrichsberg. Er sei der Hausmeister gewesen, sagt er über sich selbst. Schon bald zeigte sich, dass es um die Abteikirche nicht besonders gut bestellt war: Am 14. Juni 1966 wurde sie wegen drohender Einsturzgefahr geschlossen. Neun Jahre später war die Gefahr gebannt, das Gotteshaus wurde am 9. September 1975 feierlich wieder eröffnet. Doch Bauarbeiten hielten Stoffels auch auf Trab: Erst musste er sich um das Hospiz kümmern, dann um die Prälatur, danach sorgte der Konventsbau bis heute dafür, dass immer an irgendeiner Ecke des Klosters ein Baugerüst stand.

1970 ernannte Abt Johannes Kraus Norbert Stoffels zum Prior, also zu seinem Stellvertreter. 1977 legte Kraus sein Amt nieder und starb kurze Zeit später. Die Mönche wählten Norbert Stoffels zum neuen Abt. Seither leitet er nicht nur die Gemeinschaft auf dem Ulrichsberg, sondern repräsentiert sie auch in der Öffentlichkeit. Vor fünf Jahre wäre seine Amtszeit eigentlich zu Ende gewesen. Seine Mitbrüder übertrugen ihm das Amt jedoch nochmals für sechs Jahre. 2012 soll aber endgültig Schluss sein, sagt der Jubilar, der inzwischen das 75. Lebensjahr vollendet hat. Dann werde der Abt in Neresheim definitiv nicht mehr Stoffels heißen.

Abt Norbert Stoffels und Pater Hugo Weihermüller feiern ihr Goldenes Priesterjubiläum am Samstag, 20. August, im Kloster Neresheim. Um 10 Uhr ist in der Abteikirche ein feierliches Pontifikalamt. Festprediger ist Prälat Werner Redies, der frühere Generalvikar der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Anschließend ist Gelegenheit zur persönlichen Gratulation im Graf-Hartmann-Saal des Klosterhospizes.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen