Diese begabten Geschichtenerzähler bewerben sich um den Härtsfeld-Literaturpreis. Von links: Heidi Mettenleiter, Karl-Josef Neh
Diese begabten Geschichtenerzähler bewerben sich um den Härtsfeld-Literaturpreis. Von links: Heidi Mettenleiter, Karl-Josef Neher, Anton Westhauser und Heinz Öchsle. (Foto: hügler)
Edwin Hügler

Wenn es 2018 schon keinen Literaturnobelpreis gibt, so haben zumindest in Neresheim, Nattheim und Dischingen talentierte Geschichtenerzähler die Chance, den Härtsfeld-Literaturpreis zu gewinnen. Initiiert hat das Ganze das Theater der Stadt Aalen im Zuge des Kulturprojekts „Wir sind das Härtsfeld“.

„Jeder der heute hier ist, kann sich als Gewinner fühlen“ sagte die Schauspielerin und Theaterpädagogin Leslie Röhm bei einem Erzählabend im Naturfreundhaus in Dorfmerkingen. Sie freute sich zusammen mit der Projektleiterin Brigitte Himmer darüber, dass doch einige gekommen waren, um in gemütlicher Runde ihre heiteren und hintergründigen Geschichten vom Härtsfeld zu erzählen.

Der „Wendl“ und seine merkwürdigen Gebete

Den Anfang machte Heidi Mettenleiter. Sie trug kleine Gedichte vor, die auf wahren Begebenheiten auf dem Härtsfeld beruhen. So war das Urgestein „Wendl“ in Dossingen ein Mann, der für seine etwas seltsam anmutenden Gebete bekannt war. So betete er „Vater unser der du bist, heute liegt leider wieder ein Haufen Mist“. Er schloss seine Gebete immer mit dem Satz „ond regna sods, in Ewigkeit Amen“.

Heinz Öchsle erzählte Geschichten von Prozessionen in Dorfmerkingen und davon, dass ihn einmal seine Oma vor „Schläg“ des Opas bewahrt habe. Auch habe früher am Abend das Hausgebet auf dem Härtsfeld immer eine Stunde lang gedauert, erinnerte sich Öchsle.

„Flaged ihr au huir wieder en da Garda nei?“ war der Titel einer Geschichte von Inge und Siggi Grein-Feil, die von ihren ersten Jahren in Demmingen, einem Teilort von Dischingen, handelte. Dabei hatten beide auch mit dem „Rotlicht“ Bekanntschaft gemacht – dem Licht, das die Ferkel wärmte.

Von der Liebelei mit der Metzgerstochter

Karl-Josef Neher erzählte von seinem Vater, der bis 1972 jahrzehntelang Gemeindepfleger in Dorfmerkingen war. In dieser Funktion hat er immer am Sonntag nach dem Gottesdienst die Steuern der Bürger bar kassiert. Er saß bei dieser Tätigkeit immer auf einem besonderen Stuhl. „Dieser Stuhl ist bis zum Tod meines Vaters 2015 im Wohnzimmer gestanden“, betonte Karl-Josef Neher.

Anton Westhauser erzählte außerdem einige lustige Episoden rund um seine jugendliche „Poussiererei“ mit der Metzgerstochter in Dorfmerkingen.

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