Bieterschlacht ums Brennholz

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Zur Astholzversteigerung blieb im Vereinsheim des SC Kösingen kein Platz mehr frei.
Zur Astholzversteigerung blieb im Vereinsheim des SC Kösingen kein Platz mehr frei. (Foto: Blankenhorn)

Im Vereinsheim des SC Kösingen ist in der vergangenen Wochen begehrtes Brennholz unter den Hammer gekommen. Das Haus Wallerstein hatte zu seiner Astholzversteigerung geladen, die Leute strömten wie gewohnt in Scharen.

Geleitet wurde das Kultevent einmal mehr von Xaver Bayer und Josef Grau, seit einer gefühlten Ewigkeit bei den Fürst Wallersteiner Forstbetrieben für die Versteigerungen zuständig. Sie kennen fast alle potentiellen Käufer im SC-Vereinsheim. Die meisten kommen jedes Jahr zu der Auktion. „Das erleichtert uns die Arbeit. So eine Auktion muss schnell gehen, sonst werden die Leute schnell ungeduldig“, sagt Josef Grau.

Dennoch bleibt zwischen den einzelnen Geboten noch Zeit für ein Späßchen oder eine persönliche Anekdote. So bedankt sich Xaver Bayer beim „Sonnawirt“ alias Fritz Steinmeyer mit „Dei nächstes Bier geht auf mi“. Gleichwohl geht es bei der Auktion vor allem um eines: ums Geschäft. Und so müssen die Anwesenden zunächst die Belehrungen über Vorschriften, die an die Selbstwerbung im Wallersteiner Holz geknüpft sind, über sich ergehen lassen. „Wir müssen uns nun einmal rechtlich absichern. Das gehört dazu“, erklärt Josef Grau.

So darf zum Beispiel nie alleine im Wald gearbeitet werden. Zudem müssen die Personen körperlich und geistig fit und qualifiziert sein – passende Schutzbekleidung ist ebenfalls Pflicht. Genauso wie auch der pflegliche Umgang mit der Natur.

Erst nach dieser „Aufklärung“ geht’s los – und nach einem kräftigen Schluck „Wallersteiner Woiza“ ruft Xaver Bayer das erste von insgesamt 48 Losen auf.

Ein Los geht für 610 Euro weg

Bei der Einteilung achtet er auf saubere Grenzen und dass sie zwischen 10 bis 20 Ster Holz groß sind. Das Startgebot liegt bei 80 Euro, geboten wird in Zehner-Schritten. Bei 160 Euro erhält der erste Bieter den Zuschlag – fast ein Schnäppchen, gehen doch die meisten Lose erst für deutlich mehr als 250 Euro an den Mann. Für ein Los werden gar 610 Euro geboten.

Bei diesen Preisen ist der Kirchheimer Jochen Schnele schon längst ausgestiegen. „Da kann ich mir gleich Polderholz kaufen“, schüttelt er den Kopf. „Ich mache für mich und meine Eltern Holz. Nur für den Eigenbedarf. Eigentlich lohnt es sich fast nicht, aber die Maschinen sind da und was soll ich denn sonst im Winter machen“, fügt er grinsend hinzu. Und so bietet er geduldig und diszipliniert mit, bis er bei 120 Euro den Zuschlag für eines der 48 Lose bekommt. „Es ist zwar nicht mein Traumlos, aber es liegt noch relativ gut“, sagt er sichtlich zufrieden. Wie die anderen Bieter auch hatte Schnele sich die zur Versteigerung kommenden Lose in den vergangenen Tagen bereits genau angeschaut.

„Da geht’s im Wald dann immer zu wie in der Fußgängerzone“, berichtet Xaver Bayer lachend, ehe er mit Josef Grau auf eine einmal mehr erfolgreiche Auktion anstößt.

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