Auf großes Interesse ist die Einwohnerversammlung in der Turn- und Festhalle in Kösingen gestoßen.
Auf großes Interesse ist die Einwohnerversammlung in der Turn- und Festhalle in Kösingen gestoßen. (Foto: Turad)
Viktor Turad
Freier Mitarbeiter

Der auf Markung Forheim geplante Windpark hat auch bei der Einwohnerversammlung in Kösingen für Unmut gesorgt. Dabei kamen von den Zuhörern Vorschläge, wie man doch noch bewerkstelligen könnte, dass der Mindestabstand zur Wohnbebauung nicht eingehalten ist und dadurch das Projekt zu verhindern wäre. In Kösingen wurden auch Befürchtung laut, der geplante Windpark würde Bemühungen auf dem Gebiet des Tourismus zuwiderlaufen.

Auf der Markungs- und Landesgrenze sollen drei Windräder entstehen, berichteten wie bereits zuvor in Schweindorf Bürgermeister Thomas Häfele und die stellvertretende Leiterin des Stadtbauamtes, Isabelle Mugele. Der Projektierer habe sein Vorhaben bereits der Stadtverwaltung und dem technischen Ausschuss des Gemeinderates vorgestellt. Dabei würde die in Bayern vorgeschriebene Entfernung von zwei Kilometern von der Wohnbebauung eingehalten. Baden-Württemberg hingegen schreibt einen Abstand von 750 Metern vor, die Windräder wären jeweils einen Kilometer von Kösingen beziehungsweise von Schweindorf entfernt.

Zuhörer klagten, der Projektierer hätte bei einer Realisierung einen Vorteil, der Grundstückseigentümer, nämlich das fürstliche Haus Oettingen-Wallerstein hätte Pachteinnahmen und die Gemeinde Forheim erhielte Gewerbesteuer. Die Nachteile – Schattenwurf und Lärmbelästigung – aber hätten Kösingen und Schweindorf. Dies wäre kontraproduktiv für Freibad und Tourismus.

Denn Kösingen, sagte Ortsvorsteher Dirk Hoesch, sehe sich zusammen mit Schweindorf innerhalb der Gesamtstadt als Standort für Tourismus, Natur und Landwirtschaft, nicht für Industrie. Deshalb brauche man langfristig einen richtigen Campingplatz und eine gute Fahrradweganbindung an Neresheim.

Das sanierte Freibad werde mit einem Edelstahlbecken ausgestattet und die gleiche Beckengröße mit acht Schwimmbahnen wie bisher haben, kündigte Stadtbaumeister Bernd Wengert an. Schräge Wände seien wegen der Unfallgefahr nicht mehr zulässig. In diesem Jahr werde es keinen Freibadbetrieb geben, weil die Rückbauarbeiten schon im Frühjahr/Frühsommer anlaufen sollen. Das sanierte Bad soll zu Pfingsten 2020 in Betrieb genommen werden.

Stadt plant mit zwei Millionen Euro für Kösinger Freibad

Um die Kosten im Rahmen zu halten – die Stadt kalkuliert mit zwei Millionen Euro – sollen möglichst viele Freiwillige Arbeiten ausführen, für die man keine fachliche Ausbildung braucht. Annette Hafner kündigte an, das der Verein Pro Freibad eine Bausteinaktion starten will, deren Einzelheiten noch nicht feststehen. Beginnen will man beim „Härtsfelder Frühling“. Ein Bauausschuss unter Bäderleiter Carsten Pferner soll die Arbeiten koordinieren.

Der Bürgermeister und Isabelle Mugele berichteten, dass auf dem Areal der ehemaligen Sargfabrik ein Baugebiet mit zehn bis zwölf Bauplätzen entstehen soll. Dies werde ein gutes Wohngebiet, sagte Dirk Hoesch. Deshalb würde er nach der Kommunalwahl gerne eine „weitere Runde als Ortsvorsteher anhängen“, wenn Wähler mitspielten.

Deutliche Worte fand er wegen des leerstehenden Schulgebäudes. Kösingen sei eine Außenstelle der Härtsfeldschule und deswegen wäre es an ihr, hier für Betrieb zu sorgen, indem sie etwa einen Unterrichtsblock oder Klassen nach Kösingen verlagere. Aber offensichtlich müsse die Schule erst noch mehr aus allen Nähten platzen. „Ich habe jedenfalls kein Verständnis dafür, dass die Schule Kösingen nicht einbindet!“ Hoesch deutete auf Anfrage an, „in Gedanken“ habe er sehr wohl ein neues Konzept.

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