Seelsorger treffen sich in Lauchheim

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Viele Priester aus dem Ausland haben Pater Pius Adiele (Mitte) in Lauchheim besucht.
Viele Priester aus dem Ausland haben Pater Pius Adiele (Mitte) in Lauchheim besucht. (Foto: Franz Mayer)
Franz Mayer

In den Seelsorgeeinheiten des Ostalbkreises sind seit Jahren ausländische Priester als dringend notwendige Seelsorger integriert. Zu einem Erfahrungsaustausch sind einige von ihnen und andere aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart bei Pfarrer Pius Adiele in Lauchheim zusammengekommen.

Einer von ihnen ist Pater Shiju Mathew. Er stammt aus Indien und ist seit fünf Jahren in der Aalener Kirchengemeinde Sankt Salvator als Pfarrvikar der offizielle Ansprechpartner für Gemeindemitglieder. Dazu braucht man „ein offenes Herz und ein offenes Ohr“, ließ er zum Beispiel die anderen Anwesenden im seelsorgerischen Dienst seine wichtigste Arbeitseinstellung wissen.

Dass das alleine aber nicht genügt, trat im Erfahrungsaustausch unter Leitung von Diakon Jochen Werner zutage. Er ist Diözesanreferent für ausländische Pfarrer. Aus 15 Ländern kommen die über 140 Priester, die in Seelsorgeeinheiten der Diözese Rottenburg-Stuttgart tätig sind. „Ohne sie ginge bald nichts mehr in der Diözese“, weiß Diakon Werner. Wie schwierig es ist, zum Beispiel für einen Pfarrer aus Afrika oder Indien im säkularisierten Deutschland das Evangelium zu verkünden und Sakramente zu spenden, weiß er aus vielen Gesprächen und solche gab es auch bei der Tagung im Alten Pfarrhaus in Lauchheim.

Dabei trat auch zutage, dass viele Katholiken in Wahrheit den Glauben verloren haben und bestenfalls nur noch kirchliche Dienste in Anspruch nehmen, wenn sie zum Beispiel kirchlich heiraten wollen oder im Trauerfall einen Seelsorger anrufen. Wenn hierbei der Pfarrer nur immer „Ja und Amen“ sagen würde, gleich welche speziellen Wünsche an ihn gerichtet werden, drohe der Seelsorge Gefahr in ein Showmeistertum zu verkommen, so die einstimmige Meinung an diesem Tag in Lauchheim. „Das darf nicht eintreten“, sagt der Aalener Pfarrvikar Shiju Mathew und fügt hinzu: „Wir sind keine Missionare, müssen es aber sein, damit der katholische Glaube in Deutschland nicht ausstirbt.“

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