Pop-Poeten rocken die Kapfenburg

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 In bester AC/DC-Manier verwandelten die Musiker von SWR1 Pop & Posie die Kapfenburg in ein Tollhaus. Dabei blieb unklar wer meh
In bester AC/DC-Manier verwandelten die Musiker von SWR1 Pop & Posie die Kapfenburg in ein Tollhaus. Dabei blieb unklar wer mehr Spaß hatte, die Musiker oder das Publikum (Foto: Jürgen Blankenhorn)
Jürgen Blankenhorn

Grandiose Stimmen und mitreißendes Temperament, herausragende Musiker, gepaart mit Spielfreude und schauspielerischen Einlagen – seit zehn Jahren faszinieren SWR1 Pop & Poesie mit dieser ungewöhnlichen Mischung. Dazu das atemberaubende Ambiente der Kapfenburg an einem lauen Sommerabend – alles ist angerichtet gewesen für einen unvergesslichen Abend im Rahmen des 20. Kapfenburg-Festivals. Und die neun Musiker des SWR1-Formats „Pop&Poesie“ haben die Kapfenburg mit einem grandiosen Konzert bei ihrer Jubiläumstour „Wünsch Dir was“ im Sturm erobert.

Seit 2009 begeistern die Rockpoeten um SWR1-Moderator Matthias Holtmann bei ihren Tourneen mit ihrer Mischung aus Konzert, Lesung, Comedy und Show landauf landab die Besucher und Fans, so auch am Samstagabend auf der Kapfenburg.

Nach den bisherigen Staffeln „Summer of `69“, „Bohemian Rhapsody“, „Stairway to Heaven“, „Wish you were here“ und „Feeling alright”, durften die SWR1-Hörer online über das Programm der Jubiläumstour abstimmen. Das Ergebnis – eine exklusive Ansammlung ausgewählter Klassiker der Rock- und Popgeschichte mit denen jeder Fan und Besucher ein spezielles Erlebnis oder eine Erinnerung verbindet.

Doch SWR1 Pop & Poesie gehen noch weiter. Nicht nur, dass Moderator Matthias Holtmann zu jedem der Lieder eine Geschichte parat hat – dank der beiden Schauspieler Simone von Racknitz und Jochen Stöckle werden dem Publikum die Texte als Prosa und kleine schauspielerische Einlagen nahegebracht.

Dazu die individuellen Interpretationen der ausgesuchten und hochklassigen Musiker, die die Stücke mit ihrer individuellen Note wiedergaben. Arrangiert von Peter Grabinger scheint es, als seien die Stücke speziell für Pop & Poesie komponiert und geschrieben worden. Egal ob Pinks kritisches „Dear Mr. President“, Abba´s gute Laune Hit „Dancing Queen“, oder der berühmte „Highway to Hell“ – die Musiker und Sänger schienen jeden Ton zu leben. Dementsprechend intensiv wurden die Stücke interpretiert und von den Zuhörern wahrgenommen.

Wieso das relativ unbekannte „Vincent“ von Don McLean als Stimmenkönig aus der Abstimmung hervorging, erklärte die Interpretation von Simone von Racknitz und dem Heubacher Patrick Schwefel. Wurde der Abend lange Zeit von den Ausnahmestimmen von Britta Medeiros oder Alexander Kraus geprägt, legten die Musiker spätestens beim Instrumental „Sultans of Swing“ ihre Zurückhaltung ab, bei dem vor allem Gitarrist Klaus-Peter Schöpfer glänzte. Ab jetzt gab es für die Musiker kein Halten mehr und anstatt das zweistündige Konzert mit ruhigeren Tönen ausklingen zu lassen verwandelten die Musiker um Matthias Holtmann die Kapfenburg mit Titeln wie „Smoke on the water“, dem von allen mitgesungenen „All right now“, oder Simone von Racknitz´ Sternstunde „I was made for loving you“ in ein Tollhaus.

Langanhaltender Applaus war der mehr als verdiente Lohn für ein Konzert, das dank der vielen Geschichtchen Geschichte schrieb. Dazu zählt auch Holtmanns Gesangseinlage des Schellack-Hits „Regentropfen, die an mein Fenster klopfen“. Es gibt Abende, da passt eben einfach alles.

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