Noch 60 Karten für EAV

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 Klaus Eberhartinger und Thomas Spitzer (links).
Klaus Eberhartinger und Thomas Spitzer (links). (Foto: EAV)
Aalener Nachrichten

Mit Hits wie „Küss die Hand, schöne Frau“, „Ba-Ba-Banküberfall“, „Ding Dong“, „Samurai“ und „An der Copacabana“ mischte die Erste Allgemeine Verunsicherung (EAV) in den 80er- und 90er-Jahren die deutschsprachige Musikszene nachhaltig auf.

Oft überhört wurden dabei die weitaus weniger lustigen, nachdenklichen und sozialkritischen Lieder wie „Burli“, „s‘Muaterl“ oder „Eierkopf-Rudi“, die stellenweise von Radiosendern boykottiert wurden und der Gruppe bisweilen Anzeigen führender politischer Persönlichkeiten einhandelten. Dabei sind es genau jene sozialkritische Lieder, die noch heute an die Herkunft der Band erinnern.

Denn ursprünglich wurde EAV 1977 rund um die Kunststudenten Nino Holm und Thomas Spitzer als anarchistisches, linksliberales Musikrocktheater gegründet. Zwei Jahre späterer tourten sie durch Deutschland und konnten dort erste Achtungserfolge in der Clubszene verbuchen. Doch während man im Ausland schon einen gewissen Bekanntheitsgrad errungen hatte und selbst die „Süddeutsche Zeitung“ auf die Musiker aufmerksam geworden war, kannte man sie in ihrer österreichischen Heimat noch nicht. Das änderte sich erst mit dem dritten Album – und dem dritten Sänger.

Klaus Eberhartinger betrat die Bühne, mit den Liedern „Alpenrap“ und „Afrika“ fiel der Startschuss der kommerziellen Karriere. Mehr als zehn Millionen verkaufte Großtonträger, zwanzig Top-10-Alben und mehr als 1500 Konzertauftritte sprechen für sich, 1990 wurde der Ersten Allgemeinen Verunsicherung zudem der World Music Award verliehen.

1995 verließen drei der Gründungsmitglieder die Band, um sich auf ihre eigenen Projekte zu konzentrieren. Der Kern der Ersten Allgemeinen Verunsicherung, Sänger Klaus Eberhartinger und Texter/Komponist Thomas Spitzer, machten weiter und lenkten die EAV wieder zurück zu ihren Wurzeln. Die Texte wurden kritischer, die Musik wieder rockiger.

2019 nimmt die Verunsicherung nun Abschied von ihrem Bühnenleben. Was gut begann, soll würdig enden – dazu gehört auch, mehr als nur die schönsten Hits und Klassiker der Verunsicherung zu präsentieren. Die Zuschauer erwartet auf Schloss Kapfenburg ein Sommerabend mit Allem, was die Satiriker zu bieten haben. Unterhaltsame und emotionale Rückblicke in alte Tage sowie ausgewählte Kostproben des neuen, letzten Albums „Alles ist erlaubt“. Für die Band ist es übrigens nicht das erste Konzert beim Festival. Bereits 2010 waren sie zu Gast auf dem Schloss.

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