Mit Perfektion und vollendeter Harmonie zog das Notes Quartett die Konzertbesucher in seinen Bann.
Mit Perfektion und vollendeter Harmonie zog das Notes Quartett die Konzertbesucher in seinen Bann. (Foto: Franz Mayer)
Franz Mayer

Eine besondere Freude hat das hochdekorierte Notos Quartett mit seinem Programm „Treasure“ Kammermusikfreunden im Trude-Eipperle-Rieger-Konzertsaal auf Schloss Kapfenburg bereitet. Das Konzert war das Finale des Accelerando-Konzertjahres und krönte die 20-jährige Geschichte der Stiftung Internationale Musikschulakademie Kulturzentrum Schloss Kapfenburg.

Zählen Klavierquartette ohnehin zu Besonderheiten kammermusikalischer Formationen, so sind die vier Virtuosen, die 2007 zusammengefunden haben, ein Glücksfall oder ein „Schatz.“ Darauf mag der Programmtitel „Treasure“ hinweisen. Das Quartett sieht sich als Schatzsucher in der Musikliteratur.

Das Notos Quartett, das sind Sindri Lederer (Violine), Andrea Burger (Viola), Philip Graham (Cello) und Antonia Köster (Klavier). Als Fünften im Bunde hatten sie an diesem Abend Kapfenburg-Akademiereferent Martin Dürr zum Umblättern der Klavierpartitur mit dabei – und da gab es viel zu tun. Das lag auch in der Natur der Sache, denn in den Händen der Pianistin zu münden schienen „unsichtbare Fäden“, geistige Nervenstränge, mit denen die vier Spieler kommunizierten.

Mit Mozarts Klavierquartett Es- Dur, KV 493, eröffnete das Quartett aus gutem Grund, Mozart gelte als Schöpfer der Formation des Klavierquartetts, sagte Martin Dürr bei seiner Begrüßung. Cellist Philip Graham bestätigte es mit einer Einführung zum zweiten Teil des Konzerts, dem c-Moll Quartett op. 20 von Béla Bartók. Bis dahin waren die Zuhörer schon mit Mozarts Sphärenklängen in musisch höhere Welten entrückt. Das steigerte sich, als mit virtuoser Brillanz und vollendeter Harmonie das Klavierquartett in Es-Dur op. 47 von Robert Schumann erklang.

Lang verschollenes Werk von Béla Bartók

Besonders beeindruckend war, als die vier Musiker das von ihnen wiederentdeckte Bartók-Quartett spielten. Das lang verschollene Werk mit Noten von Bartóks Handschrift war eine kleine „Uraufführung“ mit technischer Perfektion, wie man sie sehr selten zu hören bekommt. Nach wiederholtem Applaus folgte ein Gute-Nacht-Lied von Dimitri Schostakowitsch als Zugabe. „So etwas Schönes habe ich in meinem Leben noch nie gehört“, meinte beim Hinausgehen Zuhörer Michael Haag aus Dießen am Ammersee, angereist mit der Bahn. Er schwärmte von der Kapfenburg als Kulturzentrum. Als einziger von über 200 Besuchern beschritt er den „Kulturweg“, die Alte Steige, hinauf und wieder hinunter nach Lauchheim, wo er ein Hotelzimmer gebucht hatte.

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