Innenminister Strobl: „Kapfenburg ist ein Hochamt der Kultur“

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Bei der Preisverleihung (von links): Landrat Pavel, Innenminister Strobl, die Preisträger Anna Avdalyan und Fabian Langguth, Han
Bei der Preisverleihung (von links): Landrat Pavel, Innenminister Strobl, die Preisträger Anna Avdalyan und Fabian Langguth, Hansjörg Rieger von der Trude-Eipperle-Rieger-Stiftung und Erich W. Hacker. (Foto: Franz Mayer)
Franz Mayer

Zur Verleihung des Trude-Eipperle-Rieger-Preises im Konzertsaal von Schloss Kapfenburg sind Innenminister Thomas Strobl und die Präsidentin des Landesverbands der Musikschulen Baden-Württemberg als hohe Gäste begrüßt worden.

Dabei stand ein Rückblick auf die Gründung der Internationalen Musikschulakademie Kapfenburg vor 20 Jahren im Mittelpunkt der festlichen Stunde, die mit einem Video-Clip über das Kapfenburggeschehen in zwei Jahrzehnten eröffnet wurde. „Innovationen in alten Gemäuern“, war der Titel dieser Präsentation, die Landrat Klaus Pavel bei der Begrüßung von Ehrengästen und Förderern der Kapfenburg anknüpfte.

Dank an Familie Rieger

Dass der attraktiv dotierte Preis in Kooperation mit der internationalen Hugo-Wolf-Akademie Stuttgart zum 14. Mal verliehen werden könne, sei dem gestifteten Erbe der Sopranistin Trude Eipperle Rieger (1908 bis 1997) zu verdanken, sagte Pavel mit besonderem Dank an Hansjörg Rieger, den er zusammen mit vielen Ehrengästen und Kapfenburgförderern unter großem Applaus von über 200 Besuchern im Konzertsaal begrüßte. Dabei dankte Pavel auch als Vorsitzender des Fördervereins und als Stiftungsvorstand für die im Schloss stattfindende Kulturpflege.

Pavel erinnerte auch, dass das Land Baden- Württemberg hierzu in über zwei Jahrzehnten über 15 Millionen Euro investiert habe. Preisträger 2019 sind die Sopranistin Anna Avdalyan und der Bariton Fabian Langguth. Akademiedirektor Erich W. Hacker trug die Vita der beiden Preisträger vor, die mit Kostproben aus ihrem Repertoire begeisterten. Am Flügel wurden sie begleitet vom international bekannten brasilianischen Pianisten Marcello Amaral. Dessen Virtuosität kam besonders im „Erlkönig“ in der Franz-Schubert-Vertonung zu Geltung, eine Darbietung von Bariton Fabian Langguth mit Bravour. Dem „Herrn Marquis“ huldigte Sopranistin Anna Avdalyan in einer Arie aus der „Fledermaus“ von Johann Strauß. Im Duett brillierte das Paar mit Auszügen aus Mozarts „Zauberflöte“ und im beschwingten Walzertakt mit „Lippen schweigen“ aus Lehars lustiger Witwe. Und der Applaus bewies den Künstlern, dass sie den Geschmack der Gäste getroffen hatten.

Als Fundament eines Rechtsstaats reflektierte Innenminister Thomas Strobl das 70-jährige Bestehen des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland mit dessen Bezügen zur Kultur und Gewährung des Kulturschaffens wie es zum Beispiel auf der Kapfenburg seit 20 Jahren erfolge.

Kraft Amtes auch für Migration und Digitalisierung zuständig, spannte er einen weiten Bogen von der Vielfalt der Kultur vom Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation bis zu internationalen Verflechtungen des 21. Jahrhunderts. Er betrachte dabei das „neue Europa“ als dessen „Nachfolgestaat“. Nach seinen Darstellungen ist die Art, wie wir heute in Freiheit leben dürfen, ein Produkt vieler Kulturen, in dem nationalistisches Gedankengut nicht zu dulden sei. „Die Kapfenburg ist ein Hochamt dafür“, beendet er seinen Vortrag.

Und bei der anschließenden Begegnung mit Bewirtung im Fruchtkasten erlebten die Besucher einen „Innenminister zum Anfassen“.

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