Gotthard Schneider ist mit 90 Jahren ein vitaler Fahrradfahrer und sagt schmunzelnd „E-Bike brauche ich (noch) keines.“
Gotthard Schneider ist mit 90 Jahren ein vitaler Fahrradfahrer und sagt schmunzelnd „E-Bike brauche ich (noch) keines.“ (Foto: Franz Mayer)
Franz Mayer

Gotthard Schneider aus Lippach hat kürzlich mit großer Vitalität seinen 90. Geburtstag gefeiert. Dazu haben dem fördernden Mitglied Abordnungen aller Lippacher Vereine gratuliert.

Der Musik- und Fanfarenzug tat das mit einem Ständchen, Ortsvorsteher Rudi Haas hatte neben der Ehrenurkunde der Gemeinde und des Ministerpräsidenten auch ein Gedicht zu seinen Ehren dabei. Als einem liebenswerten Bürger, der das gesellschaftliche Leben mittrage, dankte er ihm.

Gotthard Schneider stammt aus Schönwiese bei Jägerndorf im nordböhmischen Sudetenschlesien und wurde dort als 16-Jähriger noch zum Kriegsdienst eingezogen. Nach dem Zusammenbruch des Nazi-Regimes, erduldete er tschechische Zwangsarbeit und gelangte 1947 nach Lauchheim, wo ein Jahr zuvor schon viele Heimatvertriebene aus dem Erzgebirge aufgenommen worden waren. „Es war nicht leicht für meine Eltern mit sieben Kindern eine neue Bleibe zu finden, aber es hat gute Menschen gegeben, die uns aufgenommen haben“, blickt der 90-Jährige dankbar zurück.

Mit beneidenswerter sprachlicher Eloquenz schildert er das gesellschaftliche Leben im Nachkriegslauchheim. Dort erlernte er in den damaligen erzgebirgischen Werkstätten (EWL), Ursprung der Lauchheimer Industrie, den Beruf des Drechslers. Später wurde er Mitarbeiter der Spielwarenfirma Walter, die er auch über sein 70. Lebensjahr hinaus als technischer Betriebsleiter mitgestaltet hat. In Lippach fand er seine „Gerdi“, mit der er seit 46 Jahren glücklich ist.

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