Ein Stück Lauchheimer Geschichte geht zu Ende

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 So sah die Bäckerei Sekler um das Jahr 1930 aus.
So sah die Bäckerei Sekler um das Jahr 1930 aus. (Foto: Archiv W. Kowarsch)
IPF- UND JAGST-ZEITUNG

Die traditionsreiche Lauchheimer Bäckerei Sekler hat zum Jahresende 2019 geschlossen. Damit endet eine Familientradition, die 175 Jahre zurückreicht.

Begonnen hatte sie 1844, als Alois Anton Sekler, ein Sohn des Fuchsmüllers, das Bäckereigewerbe anmeldete. Zur Unterscheidung zu seinem Namensvetter Anton Sekler, einem Bäckersohn aus der Oberen Mühle, dem „Torbeck“, war er der „Fuchsbeck“, ein Name, der bis heute bei den Lauchheimern üblich ist.

Alois Anton kam 1820 als drittes Kind des Fuchsmüllers Anton Sekler und seiner Frau Maria Viktoria (geborene Weber) zur Welt. Da sein älterer Bruder Johann die elterliche Fuchsmühle übernahm, erlernte er das Bäckerhandwerk und kaufte sich 1844 das Haus Untere Bleichstraße 4. Dieses beherbergte später die Schreinerei Kurz. Am Westgiebel baute er sich im gleichen Jahr einen Backofen mit Nebenraum an.

Eine Chronik der Veränderungen

Alois Anton Sekler war mit vier Frauen verheiratet. 1893 starb er im Alter von 73 Jahren. Seine Witwe Magdalena stand mit ihren drei Kindern allein da, die Kinder aus den früheren Ehen ihres verstorbenen Mannes sind schon außer Haus.

Wer in dieser Zeit die Bäckerei betrieb, ist unbekannt. Erst nach fünf Jahren heiratete Magdalena Sekler wieder. Ihr zweiter Mann war Bäckermeister Georg Ziegelmaier aus Röhlingen. Er wollte einen Standort an der Lauchheimer Hauptstraße. Deshalb verkaufte er das Haus in der unteren Bleichstraße und zog in die Hauptstraße 32, direkt neben seinem Kollegen, dem „Christles-Beck“(heute Bäuerle, Hauptstraße 30).

Hier richtete er im Erdgeschoss eine neue Backstube und den Verkaufsraum ein. Nach dem Tod seiner Frau fand er 1904 mit Anna Maria Handschuh aus Dalkingen eine neue Partnerin. Doch auch er lebte nur noch ein Jahr. Als zweiter Mann kam 1905 wieder ein „Sekler“ ins Haus – der Bäcker Josef Sekler, der 1877 in Rindelbach-Eigenzell geboren wurde. Ob er mit Michael Sekler aus Rötlen verwandt war, der als Urahn der Lauchheimer Sekler 1684 in die obere Mühle einheiratete, ist noch nicht geklärt.

 Josef Sekler (rechts) aus Eigenzell heiratete im Jahr 1905 Anna Maria Handschuh, die Witwe des vorigen Bäckereibesitzers.
Josef Sekler (rechts) aus Eigenzell heiratete im Jahr 1905 Anna Maria Handschuh, die Witwe des vorigen Bäckereibesitzers. (Foto: W. Kowarsch)

Sein Sohn, Bäckermeister Josef Eugen Sekler, übernahm 1953 den Betrieb. Er und seine Frau Erika Emma Maria sind noch vielen als umtriebige und stets freundliche Bürger und Geschäftsleute bekannt. Nach ihrem Rückzug war die Bäckerei von 1984 bis 1993 an den Röttinger Alfons Schönherr verpachtet. Die letzten 25 Jahre führte seine Tochter Christine Sekler den Betrieb als Bäckerei und Konditorei weiter.

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