Dorfladen in Hülen erweitert Sortiment und hofft auf mehr Kundschaft

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Egal ob Brot, Nudeln oder Müsli – im Dorfladen in Hülen bekommt man fast alles, was man für den täglichen Bedarf braucht. Seit rund drei Jahren betreibt Familie Bledig den kleinen Laden am Freitag und Samstag. Nun wurde das Produktsortiment mehr an die Kundenwünsche angepasst.

Im Juli 2015 hatte die Bäckerei Grimminger in Hülen ihre Türen für immer geschlossen. Daraufhin versuchte der Ortschaftsrat eine alternative Lösung zu finden, da es durch die Schließung keine Einkaufsmöglichkeit mehr in dem Ortsteil von Lauchheim mit rund 600 Einwohnern gab. Schnell hatte man die Idee die Familie Bledig ins Boot zu holen, die in einer umgebauten Doppelgarage ursprünglich nur ihr selbst erzeugtes Olivenöl aus Sizilien verkaufen wollten. Nach ein paar Gesprächen war man sich schließlich einig: Neben dem Olivenöl bot die Familie bislang auch Antipasti sowie Backwaren der Bäckerei Eymann aus Aalen und haltbare Lebensmittel an.

Positive Bereicherung des Dorfes

Im Frühjahr hatte Viola Bledig schließlich das Sortiment um Produkte der Heimatsmühle erweitert. Darunter sind verschiedene Sorten Müsli, Nudeln und Mehl. Die Erweiterung der Produkte sei von den Kunden gut akzeptiert worden, die meisten Produkte würden gut nachgefragt. „Was bei uns nicht gut läuft, lassen wir auslaufen und bestellen es dann nicht mehr nach“, sagt Bledig.

Seit rund zwei Monaten bietet das Hülener Lädele nun auch noch die Möglichkeit, Obst und Gemüse über das Aalener Früchtehaus Hieber zu bestellen. Dafür müssten die Kunden werktags beim Früchtehaus ihre Bestellung telefonisch aufgeben. Abgeholt werden kann diese dann am Samstag zwischen 6.30 und 12 Uhr im Dorfladen in Hülen.

Für Lauchheims Bürgermeisterin Andrea Schnele ist das kleine Geschäft in Hülen eine positive Bereicherung. Es sei ein Kommunikationsort, an dem die Leute zusammenkämen, um andere zu treffen und sich zu unterhalten. Sie sei selbst erst vor kurzem dort gewesen. Dort habe sie eine ältere Frau getroffen. Für die 80-Jährige sei es eine der wenigen Möglichkeiten, um mal raus zu kommen. Für sie sei der kleine Dorfladen eine wichtige Anlaufstelle, erzählt die Lauchheimer Bürgermeisterin.

Grundsätzlich sei das Alter der Bewohner aber sehr gemischt, so Schnele. In den neuen Siedlungen würden zum Beispiel vermehrt Familien mit kleineren Kindern wohnen. In den schon länger bestehenden Gebieten in Hülen wäre das Alter der Bewohner deutlich höher.

So gemischt wie die Bevölkerungsstruktur in dem Ortsteil ist, so gemischt ist auf der Kundenstamm im Dorfladen. Es gebe nicht den typischen Kunden, sagt Viola Bledig. Durch eine Anzeige im Gemeindeblatt seien zum Beispiel auch neue Kunden aus den Siedlungen hinzugekommen.

Mit dieser Anzeige wollte die Gemeinde auf das Angebot aufmerksam machen. „Wir wollten die Leute daran erinnern, dass es das Angebot noch gibt“, sagt Schnele.

Eines von vier Projekten zur Dorfbelebung

Im Rahmen des Modellprojektes „Leben in zukunftsfähigen Dörfern“, das die nachhaltige ländliche Entwicklung unterstützen soll, wurden neben dem Hülener Lädele auch noch drei weitere Ideen entwickelt. So mit einem sogenannten „Mitfahrbänkle“ der mangelnden Mobilität entgegen gewirkt werden. An zwei Stationen in Hülen und an einer in Lauchheim steht eine solche Bank, auf die man sich setzen kann, wenn man eine Mitfahrgelegenheit sucht. In Form eines Repair-Cafés soll Hilfe zur Selbsthilfe angeboten werden. Dort können Leute hingehen, die Unterstützung bei der Reparatur von einem Gegenstand benötigen. Mit einer Online-Plattform – der virtuellen Dorfmitte – können alle Angebote im Ort schnell und einfach verbreitet werden. Dadurch verspricht sich die Verwaltung kurze Wege und schnelle Information.

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