Der Kultklub zeigt Ideen für Erhalt des Lauchheimer „Bären“

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Markus Sauter vom Lauchheimer Kultklub zeigt auf das wiederentdeckte Wirtshausschild. Es erinnert an Vitus Hackspacher, der den
Markus Sauter vom Lauchheimer Kultklub zeigt auf das wiederentdeckte Wirtshausschild. Es erinnert an Vitus Hackspacher, der den „Bären“ in den Dreißigerjahren des letzten Jahrhunderts erworben hatte. Einer seiner beiden Söhne war der vor drei Jahren verstorbene letzte Bärenwirt Hermann Hackspacher. (Foto: Franz Mayer)
Franz Mayer

Der neugegründete Lauchheimer Kultklub hat einen Beitrag zur Wiederbelebung des seit drei Jahren brach liegenden Gasthauses „Bären“ geleistet, das die Stadtverwaltung einem gemeinnützigen Zweck zuführen soll. 30 Personen aus 14 Familien haben durch das Public Viewing bei der diesjährigen Fußballweltmeisterschaft 4430 Euro erwirtschaftet. Das Geld ist jetzt an die Lauchheimer Bürgermeisterin Andrea Schnele übergeben worden.

Bei der Überreichung der Schecks im Bärengarten gaben die neuen Bärenmacher Einblicke in ihre Ideen, mit denen sie auch einen ersten Schritt für eine „Bären-Bürgerinitiative“ getan haben wollen. Das geschah auch schon im Vorfeld des „Public Viewing 2018“, als sich der neue Kultklub gegründet hat. Er besteht aus 14 jungen Familien, die seit vielen Jahre vieles miteinander unternehmen.

Wirtshaus soll nicht in falsche Hände gelangen

Vielen Lauchheimern, die zum Public Viewing in den „Bären“ kamen, waren die Akteure an den Schanktischen und in der Küchenzeile wohlbekannt. Sie zählen zur Vierzigergeneration aus Handwerkern, Unternehmern und anderen, denen es nicht egal ist, was in ihrer Stadt passiert. Sie haben sich vorgenommen, dass das alte Wirtshaus nicht in falsche Hände gelangt. Das könnte geschehen, wenn die Stadtverwaltung bis in zwei Jahren ihre vom verstorbenen Bärenwirt Hermann Hackspacher hinterlassene Hausaufgabe nicht erfüllte. Dann nämlich könnte der Bären auf dem freien Markt unter Umständen quasi für ein Butterbrot erworben werden.

Der Kultklub will Taten sprechen lassen

Wiederholt hat sich der Gemeinderat mit dem Bärenerbe befasst. Jeder in der Stadt weiß, dass die Zeit drängt. Denn in zwei Jahren ist die Fünfjahresfrist des Vermächtnisses, den Bären einem gemeinnützigen Zweck zuzuführen, abgelaufen. Bürgermeisterin Andrea Schnele sagte, als sie die zwei symbolischen Scheckformulare mit jeweils 2215 Euro – eines für die Deutschordenschule und das andere für den Erhalt des Bären – in Empfang nahm, dass in einer Gemeinderatssitzung nach der Sommerpause hierzu eine Entscheidung getroffen werden soll. Sie ist auch überzeugt davon, dass „der Kultklub ein Beispiel für Wiederbelebung des Bären gegeben hat.“

Für traditionsbewusste Lauchheimer ist der Bärengarten ein Begriff. In diesen heißen Sommertagen würde der Garten manchen Gast zu einem Dämmerschoppen unter den kühlenden Kastanienbäumen einladen. Das war auch die Idee des Kultklubs, als die Mitglieder begannen, im früheren Kuhstall des landwirtschaftlichen Teils des „Bären“ eine Palettentribüne zu erstellen, dazu in der Scheune einen Ausschank mit Küchenzeile und weitere sanitäre Vorkehrungen zu schaffen. Das alles soll jetzt nicht gleich wieder abgebaut werden. Man denkt noch an weitere Events.

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