Land will Tourismus stärker fördern

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 Baden-Württembergs Tourismusminister Guido Wolf (sitzend) trägt sich ins Goldene Buch der Gemeinde Kirchheim ein. Mit dabei Kir
Baden-Württembergs Tourismusminister Guido Wolf (sitzend) trägt sich ins Goldene Buch der Gemeinde Kirchheim ein. Mit dabei Kirchheims stellvertretender Bürgermeister Johannes Strauß, der zweite stellvertretender Bürgermeister Hubert Schurrer, Landtagsabgeordneter infried Mack, Edwin Michler (Kulturbauftragter), Aalens Bürgermeister Thilo Rentschler und Kirchheims Bürgermeister Willi Feige (von links). (Foto: Jürgen Blankenhorn)
Jürgen Blankenhorn

Auf Einladung des Landtagsabgeordneten Winfried Mack hat Baden-Württembergs Tourismusminister Guido Wolf die Riesgemeinde Kirchheim besucht. In einer lockeren Runde diskutierte er mit den örtlichen Vertretern über touristische Probleme und Fördermöglichkeiten.

Da eine Ferienregion nur als Ganzes wahrgenommen wird, ermutigte Wolf die anwesenden zur interkommunalen Kooperation, die auch vor Landkreis- und Landesgrenzen nicht Halt machen dürfe. „Es waren gute Gespräche, bei denen ich erkannt habe, dass der Wille, die Region touristisch aufzuwerten deutlich erkennbar ist“, zog der Minister eine positive Bilanz. So habe die Region neben dem großen kulturellen Erbe der Alemannen, Kelten und Römer vor allem im naturnahen und ökologischen Tourismus ein Entwicklungspotential, das es zu Förden gelte.

Aus eigener Erfahrung wisse er, dass sich das Gefühl, das man für eine Region entwickelt, stark vom Weg abhängt, mit dem man die Region für sich erschließt. So habe er bei seiner Sommertour das Donaubergland erwandert und die Region dadurch ganz neu wahrgenommen. Naturnaher und nachhaltiger Wander- und Fahrradtourismus sei eine große Chance für den ländlichen Raum.

Zum Tourismus gehört Mobilität. Daher gelte es auch die Region verkehrstechnisch zu erschließen. Neben der Straße müsse auch der Ausbau des Schienenverkehrs forciert werden, so Landtagsabgeordneter Winfried Mack. Gleiches gelte auch für die Erschließung über Fahrrad- und Wanderwege oder nachhaltige Verkehrskonzepte.

Nicht nur wegen seinem Wahrzeichen, dem Kloster, habe Kirchheim ein touristisches Potential. Für das gesamte Klosterareal gelte es gemeinsam mit der Diözese Konzepte zu entwickeln. Auch die gastronomischen Rahmenbedingungen seien bereits größtenteils vorhanden. Durch die aktuelle Flurbereinigung werden zusätzlich nötige und wichtige Strukturen wie Rad- und Fußwege, ökologische Nischen oder Sitzgelegenheiten geschaffen. Durch höhere Fördermittel als Schwerpunktgemeinde sei die Zeit für Kirchheim ideal, so Winfried Mack und regte an sich als Tourismusgemeinde zertifizieren zu lassen.

Abschließend präsentierte er noch einen ersten Entwurf eines Biodiversitätspfades. Der etwa 15 Kilometer lange Pfad verbindet drei Gemeinden und stellt eindrucksvoll die große Biodiversität der Region dar. Der Ausbau soll etwa 100 000 Euro kosten. Mit der Zusage die touristische Entwicklung der Region zu stärken und den Biodiversitätspfad zu prüfen verabschiedete sich Tourismusminister Guido Wolf.

Die wichtigsten Zahlen zum Tourismus im Land

In Baden-Württemberg hat sich die Zahl der Ankünfte in den ersten drei Quartalen von 1,6 Prozent auf 310600 und die Zahl der Übernachtungen um 1,4 Prozent auf 659000 erhöht. Als Leitökonomie soll der Tourismus stärker gefördert und die bestehenden „weißen Flecken“ aufwertet werden. Hierzu hat die Landesregierung die Mittel für den Doppelhaushalt 2020 und 2021 auf je zehn Millionen Euro pro Jahr erhöht. Für das Sonderprogramm gegen Wirtshaussterben stehen für 2020 und 2021 ebenfalls zehn Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung. Auch die Marketingmittel wurden auf fünf Millionen Euro pro Jahr erhöht.

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