Hausverbot im Kirchheimer Klostergarten

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Der Biber soll im Kirchheimer Klostergarten nicht mehr geduldet werden.
Ein Biber zerstört die Verbindungsstraße. (Foto: Rimkus, Alexandra)
IPF- UND JAGST-ZEITUNG

In den mittelalterlichen Klöstern, so heißt es, ist der Biber gerne verspeist worden. Mit seinem schuppigen Schwanz wurde er einfach der Kategorie der Fische zugeteilt und konnte so guten Gewissens in der fleischlosen Fastenzeit aufgetischt werden.

Diese Gefahr musste der Biber im Klostergarten Kirchheim am Ries bislang nicht befürchten. So hat er sich seit mehr als einem Jahr hier häuslich eingerichtet und lebt hier offenbar inzwischen mit Familie. Das blieb allerdings nicht ohne Folgen. Die Spuren seines Fresstriebes sind inzwischen reichlich zu finden. Zunehmend werden Obstbäume im Klostergarten angenagt und auch umgelegt. Als eifriger Baumeister verstopft er zudem regelmäßig den Abfluss der inneren Fischgrube, was zu Hochwasser führen kann.

Nicht an allem ist der Biber schuld

Nachdem kürzlich die Freiwillige Feuerwehr Kirchheim den Klostergarten bewässert und dazu das Wasser aus dem Klosterweiher entnommen hatte, war dieser nach wenigen Tagen wieder bis zum Überlaufen voll. Das gefährdet auf Dauer die Standsicherheit der Klostergartenmauer.

Allerdings ist es nicht nur der Biber, der beim Kloster Kummer macht. Kleine Laternen am Klosterweiher, zahlreiche Chipstüten und allerlei anderer Unrat im Umfeld lassen darauf schließen, dass hier gerade ein neuer Treff entsteht.

Auch das Öffnen des Mönchs (eine Ablaufvorrichtung eines Teiches) und die Verstopfung mit Steinen kann sicher nicht dem Biber zugeordnet werden. Diesen unerwünschten Erscheinungen soll nun ein Ende gemacht werden.

In Kürze wird also in Absprache mit der Gemeindeverwaltung die Tür in der Klostermauer am Mühlwiesweiher vorübergehend verriegelt und verschlossen werden. Neben einer öffentlichen Information im Gemeindemitteilungsblatt Ries-Bote sollen Hinweisschilder Besucher über die Schließung des Durchgangs informieren.

Analog dazu wird die Route für den Keltenweg zeitweilig durch den Klosterplatz und Pfarrfriedhof geführt werden müssen.

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