Marlen Schlosser: Bewusst der Heimat die Treue gehalten

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Marlen Schlosser ist eine Powerfrau. Sie hat sich fürs Familienunternehmen in Jagstzell entschieden - ohne wenn und aber.
Marlen Schlosser ist eine Powerfrau. Sie hat sich fürs Familienunternehmen in Jagstzell entschieden - ohne wenn und aber. (Foto: Sandra Raspe)

Zielstrebig – als solches kann Marlen Schlosser zweifelsfrei bezeichnet werden. Die junge Frau weiß, was sie will, nimmt dafür aber auch einiges in Kauf. Realschulabschluss an Sankt Gertrudis in Ellwangen, anschließend Abitur am technischen Gymnasium in Aalen, das Studium zum Wirtschaftsingenieur in Konstanz folgt auf dem Fuße und der Master im Projektmanagement, Fachrichtung Bauwesen, in Biberach lässt ebenfalls nicht lange auf sich warten. Da bleibt kaum Luft zum Durchatmen, geschweige denn für Freizeitaktivitäten.

In der viermonatigen „Lücke“ zwischen Bachelorabschluss und Beginn des Masterstudiums wurde aber dennoch keineswegs Däumchen gedreht. Mit gerade mal Mitte 20 wurde Marlen Schlosser 2008 für diese vier Monate vom international agierenden Baukonzern Bilfinger & Berger für einen Job in Norwegen engagiert und verbrachte die „Leerzeit“ dort in der Bauleitung. „Mir war aber immer klar, dass ich in unser Familienunternehmen gehöre“, erzählt die sympathische Ingenieurin. Gemeint ist damit das Ingenieurholzbauunternehmen Schlosser aus Jagstzell, das 1982 von Vater Josef gegründet wurde.

Bereits als Kind begeistert

Spezialgebiet der Schlossers ist seit Jahren der Bau von Industriehallen, Bürogebäuden und Reitanlagen. „Bereits als Kind bin ich mit meinem Vater in den Ferien immer mit auf die Baustellen gefahren“, erinnert sich Schlosser und sagt, dass sie schon damals stolz auf das war, was ihre Familie alles erbaut hat. Das empfindet sie bis heute so und ist sich auch der Verantwortung bewusst, dem Kunden aber auch dem eigenen Team gegenüber, diese Qualität zu bewahren. Während der Zeit in Biberach arbeitete Marlen Schlosser noch parallel in Stuttgart für ein Bauunternehmen. Ebenfalls ein Kraftakt, denn von Montag bis Mittwoch wurde den ganzen Tag gearbeitet und den Rest der Woche musste schließlich gelernt werden. „Bei mir sind dadurch viele Freundschaften auf der Strecke geblieben“, bedauert sie daher.

Im Herbst 2010 war es dann aber endlich so weit, und mit dem Master in der Tasche ging es nach Jagstzell. „Ich habe erst mal alle Abteilungen bei uns durchlaufen, um auch das ganze Unternehmen kennen zu lernen“, berichtet Schlosser von ihren Anfängen im heute 70 Mitarbeiter starken Unternehmen. Aktuell ist sie für das Marketing verantwortlich, findet aber auch die Arbeit im Vertrieb sehr reizvoll und sagt, „dass da einfach viele Prozesse optimiert werden“. Das passt zu Marlen Schlosser, denn sie sagt über sich selbst, dass sie gerne organisiert. Prozessoptimierung ist ihr vermutlich in die Wiege gelegt. Diese Freude am Organisieren zeigt sie seit 2011 auch bei der Ostalb Horse Tour. Das Team Schlosser, wo mittlerweile auch Marlens jüngere Schwester mitreitet, ist seit den Anfängen dieser Reitsportveranstaltung mit dabei. „Ich kann zwar selbst nicht reiten“, muss Schlosser schmunzeln, „aber mir macht das Mitgestalten und Planen einfach Spaß.“ Bei der jungen Frau verwischen Arbeitszeit und Freizeit.

So auch bei den Wirtschaftsjunioren, einer Gruppe junger Nachwuchskräfte, die sich branchenübergreifend gegenseitig mit Wissen bereichern und den Austausch untereinander schätzen. „Networking, das mir Freude bereitet“, so die Ingenieurin, die seit letztem Herbst mit an Bord ist.

Wenig Freizeit

Bleibt Marlen Schlosser bei diesem Pensum doch eine freie Minute, verbringt sie diese gerne beim Segeln, Skifahren oder im Fitnessclub. Doch ihr Beruf ist und bleibt ihre Leidenschaft. Mit Visionen im Gepäck wird sie die Zukunft des Familienunternehmens Schlosser in den nächsten Jahren ohne Zweifel mitgestalten.

Alle Texte zur Serie finden Sie unter www.ipf-und-jagst-zeitung/starkefrauen

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