Ein Bonbon für Jagstzell

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 Bürgermeister Raimund Müller und MdL Winfried Mack erörterten mit einigen Gemeinderäten die Situation der Gemeinde Jagstzell.
Bürgermeister Raimund Müller und MdL Winfried Mack erörterten mit einigen Gemeinderäten die Situation der Gemeinde Jagstzell. (Foto: Sorg)
Hermann Sorg

Der CDU-Landtagsabegordnete Winfried Mack hat am vergangenen Freitag die Gemeinde Jagstzell besucht um sich mit Bürgermeister Raimund Müller und Gemeinderäten über wichtige Jagstzller Zukunftsprojekte auszutauschen. Dabei wurde nicht gejammert. Im Gegenteil.

Bürgermeister Raimund Müller lobte den Volksvertreter, weil Jagstzell aus dem Landessanierungsprogramm seit 2016 bereits den dritten Aufstockungsantrag stellen konnte. „In vier Trancen hat Jagstzell bei einem Gesamtvolumen dieser Maßnahmen von rund 4,58 Millionen Euro 2,75 Millionen vom Land Baden-Württemberg erhalten, was einer Förderquote von 60 Prozent entspricht, das ist ein wahrer Segen“, bedankte sich Bürgermeister Müller.

Der Abgeordnete Mack lobte im Gegenzug die verschiedenen Projekte zur Gestaltung der Jagstzeller Ortsmitte und dankte dabei der Verwaltung und den Gemeinderäten für ihre „mutigen und weitreichenden Entscheidungen“.

Aber es war nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen. Wie der Jagstzeller Bürgermeister aufzeigte, stünden in den kommenden Jahren wieder einige große und vor allem kostspielige Projekte auf der Agenda, die ohne Unterstützung kaum umzusetzen seien. So soll unter anderem die alte Mälzerei in Jagstzell abgebrochen und durch ein Wohn- und Geschäftshaus mit einem medizinischen Versorgungszentrum ersetzt werden. Für den alten Gasthof Rößle, das „Sorgenkind der Gemeinde“, so Müller, sei momentan noch kein Investor gefunden worden. „Da hat uns Corona einen gewaltigen Strich durch die Rechnung gemacht“, so der Jagstzeller Bürgermeister.

Ein weiterer Investitionsschwerpunkt ist in Jagstzell das Baugebiet „Wohnen in der Jagstaue“ mit dem alten Bahnhofsgelände. Des Weiteren ist die Zukunft des alten Rathauses derzeit noch unklar. Ob es abgerissen wird oder saniert werden kann, müssten erst genaue Untersuchungen zeigen, hieß es. Diese beginnen, wenn die Gemeindeverwaltung demnächst ins „Interim-Rathaus“ in die Alte Schule umzieht.

Der „dickste Brocken“, so der Bürgermeister“, sei aber fraglos der Breitbandausbau in der ländlich strukturierten Gemeinde. „Gerade Corona hat gezeigt, wie wichtig diese Vorhaben ist. Ein vernünftiges Arbeiten im Homeoffice und beim Homeschooling ist nur mit Glasfaseranschlüssen machbar“.

Mack schloss sich diesen Worten an. „Breitband sei „die zentrale Infrastruktur der Zukunft“. Er versprach, sich für „eine tragfähige Lösung für Jagstzell“ einzusetzen. Nach einer überschlägigen Berechnung wird der Breitbandausbau die Gemeinde Jagstzell rund 8,5 Millionen Euro kosten. „Auch wenn Bund und Länder dies mit bis zu 90 Prozent bezuschussen, kostet es der Gemeinde noch mindestens 1,5 Millionen, was derzeit nicht machbar ist“, unterstrich Müller.

Am Ende des Gesprächs, an dem sich auch einige Gemeinderäte beteiligten, hatte Mack noch ein Bonbon in der Tasche: Vor einiger Zeit hatte Mack mal gesagt, man könne „von Jagstzell mit einmal Umsteigen nach Paris“ fahren. Diesem Ziel kommt Jagstzell gewaltig näher, wenn der IRE von Stuttgart nach bislang Aalen bis Crailsheim weiterfahren wird und mit dem Deutschlandtakt auch ICE-Züge durchs Jagsttal rauschen können. Der CDU-Abegordnete ist an dieser Sache eng dran und wird sich stark für Jagstzell als Haltepunkt einsetzen.

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