Zwei Spitzenorchester vereint

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Dieter Volckart

Es ist schon ein ganz außergewöhnliches Ereignis im randvoll besetzten Bürgersaal des Kultur- und Sportzentrums Limeshalle am vergangenen Samstagabend gewesen, als Christel Trach-Riedesser und ihr Team zu einem Konzert eingeladen hatten, dessen erster Kontakt schon mehrere Jahre zurückliegt. Ihre Idee war gewesen, die SHW-Bergkapelle Wasseralfingen und den Musikverein Hüttlingen zu einem gemeinsamen Konzert einzuladen, dessen Erlös der Errichtung eines Kindergartens oder einer Kindertagesstätte zugute kommen könnte.

Die beiden Vereine und ihre Vorsitzenden Eugen Krämer und Christian Ebert sowie die Dirigenten Günter Martin Korst und Robert Wahl sagten spontan zu und mit Hüttlingens Bürgermeister Günter Ensle war schnell ein Schirmherr gefunden. Weil es die wirtschaftliche Lage in diesem bitterarmen Land notwendig macht, den Schulbesuch und damit den Zugang zur Bildung zu ermöglichen, sollte es ein Benefizkonzert sein – und das Team um Christel Trach-Riedesser machte sich an die Arbeit. Da waren schnell in beiden Orten sowie in der näheren und weiteren Umgebung eine ganze Reihe von Sponsoren gefunden, die zur Unterstützung bereit waren.

Farben Burkina Fasos als Schmuck

Zahlreiche Ehrengäste konnte die seit fast 40 Jahren für Burkina Faso kämpfende Initiatorin an diesem Abend begrüßen. Allen voran den Schirmherrn, den ehemaligen Generalvikar Werner Redies, Schulleiter, Vereinsvorstände, Kommunalpolitiker sowie natürlich die den Bürgersaal bis auf den letzten Platz füllenden Besucher. Da hing die Fahne Burkina Fasos, ein gelber, fünfeckiger Stern auf rotgrünem Grund, und auch der Saal war an allen Wänden mit den Spots dieser Farben beleuchtet.

Publikum fordert Zugaben

Die SHW-Bergkapelle eröffnete das Konzert mit Dvoraks „Slawischem Tanz“. „Ancient Dances“ von Stephan Bulla schlossen sich an, es gab „Theatre Music“ von Philip Sparke, eine Reminiszenz Leroy Andersons „Bugler’s Holiday“ mit den Solisten Heribert Herzog sowie Max und Philipp Hausenstein und schließlich „A Miner’s View on Stevie Wonder“. Klar, dass unter den Zugaben der „Wasseralfinger Marsch“ nicht fehlen durfte.

Der Musikverein Hüttlingen entzückte seine Fans mit Hits der 80er, entführte mit „El Cumbachero“ in die Karibik und nach Russland mit James Lasts Eindrücken von dort, öffnete das Dschungelbuch und trat in das „Limelight“ von Betran Moren. Auch da forderte das begeisterte Publikum natürlich einige Zugaben und erfreute sich an einigen Showelementen und solistischen Einlagen etlicher Register.

Das Publikum verteilte weise seine Zuneigung, ohne jemanden zu bevorzugen, denn schließlich lag der Fokus auf dem Ziel, nämlich baldmöglichst den Kindergarten in Burkina Faso eröffnen zu können. Das dürfte in etwa zwei Jahren der Fall sein, verkündete Christel Trach-Riedesser, während ihr Team die Musikanten beider Orchester mit kleinen Präsenten belohnte und ihr Bürgermeister Günter Ensle einen Scheck über 800 Euro überreichte. Die Initiatorin bedankte sich mit einer Burkina-Faso-Weisheit: „Die beiden Orchester haben uns in den Himmel blicken lassen“.

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