Umwerfender „frängischer“ Spaß

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„Gankino Circus“ aus dem „frängischen Dietenhofen“ und ihr Programm „Die Letzten ihrer Art“ brachten das Hüttlinger Forum fast z
„Gankino Circus“ aus dem „frängischen Dietenhofen“ und ihr Programm „Die Letzten ihrer Art“ brachten das Hüttlinger Forum fast zum Überkochen. (Foto: Dieter Volckart)
Dieter Volckart

Wer kennt nicht Dietenhofen am Nordrand der Frankenhöhe, genau zwischen Ansbach und Fürth? Zumindest die Besucher der vorletzten Veranstaltung der diesjährigen 17. Auflage des Hüttlinger Kleinkunstfrühlings dürften das kleine Dorf in Nordmittelfranken in ihr Herz geschlossen haben. Dort, wo jeder jeden kennt, gibt es eine Kneipe „Zur heiligen Gans“, deren Wirt von allen nur „Weizen-Charly“ genannt wird. Nicht etwa, weil er Landwirt ist und in der Hauptsache dieses Getreide anbaut, sondern weil er dessen flüssige Form über alles liebt und sogar an die Gäste seiner Wirtschaft verkauft.

Zu ihnen gehören seit frühester Jugend der Arztsohn Simon Schandauer, Johannes Sens, Maximilian Eder und Ralf Wieland. Die lieben nicht nur den „Weizen-Charly“, sondern in der Hauptsache die Musik, sind seit einem Dutzend von Jahren als „Gankino Circus“ zusammen und in diesem Verbund ein Konzertkabarett, wie es das eben nur in Dietenhofen geben kann. Unterwegs sind sie in ganz Deutschland und sogar weit darüber hinaus, obwohl das „Frängische“ im Umkreis des berühmten Wolframs-Eschenbach nicht jedermanns Sache ist. Einiges mehr als 20 Instrumente – bis hin zur Sirtaki-Bohrmaschine und dem einmaligen „Boaner-Glockenspiel“ – was bei Weizen-Charlys Beerdigung zum Einsatz kam – haben sie in ihrem Gepäck.

Damit verzaubern sie ihre Besucher im Elf-Achtel-Takt und veranstalten sogar ein Quiz. Bei dem sind neben dem „Zillertaler Hochzeitsmarsch“ und Helene Fischers „Atemlos“ auch Antonio Vivaldis „Frühling“ zu erraten. Letzteres schaffte lediglich Kirchenchorleiter und Schulleiter Matthias Schimmel und freut sich jetzt über die gewonnene CD der „frängischen“ Vollblutmusiker mit dem entsprechenden Stallgeruch. Schuhplattlerjazz, „Marie, Marie“ oder fetziger Rock’n’Roll verschafften den Besuchern im voll besetzten Forum einen unvergesslichen und einen fast nicht enden wollenden Abend.

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