Rudolf Haegeles Werk ist aktueller denn je

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 Arbeiten von Rudolf Haegele über die „Endlichkeit des Lebens“ zeigt die Niederalfinger Südwestgalerie in ihren lichtdurchflute
Arbeiten von Rudolf Haegele über die „Endlichkeit des Lebens“ zeigt die Niederalfinger Südwestgalerie in ihren lichtdurchfluteten Räumen. Unser Bild entstand bei der Vernissage bei der Begrüßung durch Galerist Cyprian Brenner, der auch die Haegele-Tochter Dagmar (in der ersten Reihe Dritte von rechts) des 1998 verstorbenen Künstlers willkommen heißen konnte. (Foto: vo)
Dieter Volckart

Die Ausstellung in der Niederalfinger Südwestgalerie ist noch bis 11. November zu sehen und zwar freitags bis sonntags von 12 bis 19 Uhr. Weitere Besuchstermine können telefonisch unter 0176 / 84173867 vereinbart werden.

Rudolf Haegele ist noch immer präsent. Der 1998 verstorbene Künstler, der, wie er einmal gesagt hatte, auch gern ein reflektierender Lehrer geworden wäre, ist vor allem in Aalen nicht vergessen, wie der große Andrang von Aalener Kunstkennern bei der Vernissage in der Niederalfinger Südwestgalerie gezeigt hat. Viele der Besucher nutzten die Gelegenheit, mit Haegeles Tochter Dagmar ins Gespräch zu kommen, die den Nachlass ihres Vaters aufgearbeitet hatte.

Rudolf Haegele wurde 1926 in Schömberg bei Rottweil geboren. Seine Familie zog 1932 nach Aalen um, wo er die Grundschule besuchte und am Schubart-Gymnasium Abitur machte. Der Zweite Weltkrieg schockierte den jugendlichen Rudolf Haegele sehr. Er, der eigentlich hätte Ingenieur werden sollen, entdeckte in der Folgezeit die Malerei als eine Möglichkeit „nein“ zur Weltlage, aber „ja“ zur Veränderung dieser Welt auszudrücken.

1946 begann er folgerichtig mit dem Studium an der Stuttgarter Kunstakademie bei Fritz Steisslinger und Hermann Sohn und erhielt drei Jahre später ein Stipendium für einen einjährigen Studienaufenthalt in Paris. Vor allem die Begegnung dort mit Albert Camus prägten ihn sehr. Haegele schloss sein Studium in Stuttgart ab, heiratete und zog nach Remseck bei Ludwigsburg, wurde freischaffender Künstler und 1965 als Professor an die Stuttgarter Staatliche Akademie für Bildende Künste berufen.

Eines seiner bedeutendsten Werke – ein auf einer Spanienreise entstandenes Triptychon mit dem Titel „Montserat“ – ist jetzt in Niederalfingen gleich am Eingangsbereich der Südwestgalerie zu sehen. Bei Haegele sind Zeit und Vergangenheit „eins“. Relativ unbekannt ist, dass in seinem Nachlass auch Pop-Art-Werke zu finden sind.

Für Haegele war das Leben nach seinen Worten „nur ein Gleichnis“ und für die Ausstellungsbesucher bestätigte sich, dass seine Bilder aktueller denn je sind und er zu den großen Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts zählt.

Die Ausstellung in der Niederalfinger Südwestgalerie ist noch bis 11. November zu sehen und zwar freitags bis sonntags von 12 bis 19 Uhr. Weitere Besuchstermine können telefonisch unter 0176 / 84173867 vereinbart werden.

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