Hüttlinger Limes wird genau untersucht

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Martin Posselt von der Prospektionsfirma PZB aus Hessen und Carola Hubert, Limesinformationszentrum, erforschen den Untergrund e (Foto: Acker)
Schwäbische Zeitung
Norbert Acker
Redakteur Ellwangen

Seltsames tut sich derzeit auf einem Feld beim Weg Hochfeld gegenüber vom Wohngebiet Wasserstall. Farbige Plastikbänder markieren Flächen und ein Techniker mit einem ungewöhnlichen Apparat zieht hochkonzentriert seine Runden. Vermessungsarbeiten? Nicht ganz: Im Auftrag der Gemeinde Hüttlingen sind Experten vom Limes-Informationszentrum (LIZ) Aalen dabei, den tieferen Boden des etwa drei Hektar großen Feldes mittels einer „Geophysikalischen Prospektion“ auf Reste des Limes zu untersuchen.

„Mit diesem Verfahren können wir menschliche Eingriffe in den Boden nachweisen“, erklärt Dr. Stephan Bender, Chef des LIZ. „Auch wenn man an der Oberfläche nichts sieht, die Reste und Fundamente sind da.“ So habe man schon die Überbleibsel von zwei Limestürmen lokalisieren können. Das sei zu erwarten gewesen, da der Limes in dem betroffenen Gebiet einen Knick gemacht habe. Zu Ausgrabungen wird es wohl nicht kommen, dazu sei einfach nicht mehr genügend antike Bausubstanz vorhanden. „Nachdem die Römer den Limes verlassen haben, war die Grenzanlage der schönste Steinbruch“, sagt Bender. Die erhobenen Daten werden gespeichert und in den Computer eingegeben. „Dadurch bekommen wir ein tolles Bild vom exakten Verlauf des Obergermanisch-Rätischen Limes.“

Neu gezeichnet müsse die Karte der Grenzanlage nun zwar nicht, doch Korrekturen müssten schon vorgenommen werden. „Unser Gemeinderat Josef Kowatsch hat ja immer betont, dass der Limes einen anderen Verlauf auf Hüttlinger Gemarkung genommen haben muss“, sagt dazu Hüttlingens Bürgermeister Günter Ensle. „Er hat wohl recht.“

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