Hybrid-Müllauto macht nur halb so viel Lärm

Lesedauer: 4 Min
Mit einem Volvo-Hybrid-Fahrzeug testet die Abfallwirtschaftsgesellschaft GOA derzeit die Vorteile von Elektromobilität. (Foto: privat)
IPF- UND JAGST-ZEITUNG

Die Passanten an der Rechbergstraße in Heubach staunten nicht wenig, als vor kurzem ein großes Müllauto fast geräuschlos ihre gelben Säcke verschluckte. Es handelte sich um ein Volvo-Hybrid-Fahrzeug, das die Abfallwirtschaftsgesellschaft GOA erstmals in Deutschland zu Testzwecken bei der Einsammlung von gelben Säcken und Biobeuteln eingesetzt hat.

Denn die GOA ist einer von neun Projektpartnern von „Elektromobilität im Stauferland“, kurz EMiS genannt. Das Projekt wird gefördert durch das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und koordiniert durch die Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW GmbH). Es ist Teil der Modellregion Elektromobilität Region Stuttgart, welche von der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart (WRS GmbH) gemeinsam mit der Landesagentur für Elektromobilität (e-Mobil BW GmbH) gesteuert wird.

Im Rahmen dieses lokalen Förderprojekts sammelt die GOA seit 3. Dezember erste Erfahrungen bei der Sammlung von Wertstoffen mit dem Volvo FE Hybrid. Das Abfallsammelfahrzeug wurde dazu eigens direkt aus Paris auf den Betriebshof der GOA nach Mögglingen gebracht.

Beim Anfahren des bis zu 26 Tonnen schweren Fahrzeugs wird der Elektromotor mit seinem hohen Drehmoment als Antrieb genutzt, bei höheren Geschwindigkeiten oder bei niedrigem Batterieladestand wird übergangslos der Dieselantrieb zugeschaltet. Beide Motoren arbeiten dann parallel. Über den Generator wird die zurückgewonnene Bremsenergie sowohl für den Betrieb des Elektromotors als auch zum Laden der Batterien genutzt. Gerade bei der Abfalleinsammlung mit häufigem Stop-and-go-Verkehr soll der Hybrid das höchste Einsparpotenzial beim Kraftstoffverbrauch bieten. Volvo geht dabei von 20 bis 30 Prozent Einsparung aus. Entsprechend können auch die CO2-Emissionen um bis zu 30 Prozent reduziert werden. Durch den leisen Elektromotor ist der Geräuschpegel des Fahrzeugs darüber hinaus beim Anfahren und im Sammelbetrieb nur noch halb so laut wie bei einem herkömmlichen Dieselmotor.

Der Test wird von der Ricardo Deutschland GmbH aus Schwäbisch Gmünd wissenschaftlich begleitet. Nach Weihnachten wird der Hybrid-Lkw dann für einen weiteren EMiS-Projektpartner, der ETG GmbH, im Landkreis Göppingen die Abfälle einsammeln. Schon jetzt kann festgestellt werden, dass sich das Sammelpersonal durch den bedeutend niedrigeren Geräuschpegel beim Hybrid weniger belastet fühlt. Wenn sich die neue Technologie in der Praxis weiter bewährt, sich die erwarteten Einsparungen beim Kraftstoffverbrauch und der CO2-Emissionen festigen und der Anschaffungspreis der Fahrzeuge betriebswirtschaftlich darstellbar wird – vielleicht werden die Abfälle und Wertstoffe in Zukunft dann mit umweltfreundlicheren und leiseren Hybrid-Müllautos eingesammelt. Denn, so Geschäftsführer Henry Forster: „Wir denken weiter.“ Und er verweist auf „GOAktiv“, die neue Marke der GOA für nachhaltige Projekte.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen