Zahl der Azubis steigt weiter

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 1734 neue Auszubildende werden nach den aktuellen Zahlen zum 1. September im Bereich der IHK Ostwürttemberg ihre Berufsausbildu
1734 neue Auszubildende werden nach den aktuellen Zahlen zum 1. September im Bereich der IHK Ostwürttemberg ihre Berufsausbildung beginnen. Ein Viertel von ihnen hat Abitur oder einen vergleichbaren Abschluss. (Foto: Marcus Brandt / dpa)
Aalener Nachrichten

Zum Ausbildungsbeginn am 1. September haben die Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistung im Bezirk der IHK Ostwürttemberg insgesamt 1734 Ausbildungsverträge abgeschlossen. Entgegen dem Landesdurchschnitt von minus 0,6 Prozent verzeichnet Ostwürttemberg mit einem Plus von 0,8 Prozent das dritte Jahr in Folge eine Steigerung.

Dies entspricht einer Zunahme von knapp neun Prozent gegenüber dem Jahr 2016. Mit dem Plus wird sogar das Niveau von 2012 erreicht, als zwei Abiturjahrgänge durch die Einführung des achtjährigen Gymnasium (G8) nach Ausbildungs- und Studienplätzen gesucht hatten. Aktuell betreut die IHK Ostwürttemberg 4870 Ausbildungsverhältnisse im gewerblichen und kaufmännischen Bereich.

In den beiden Landkreisen der Region fällt die Bilanz unterschiedlich aus. So konnten zum Ausbildungsstart im Landkreis Heidenheim 460 Ausbildungsverträge eingetragen werden. 2018 waren es 463 Verträge, was einem leichten Minus von drei Verträgen oder 0,6 Prozent bedeutet. Der Ostalbkreis konnte 2019 erneut etwas zulegen. So beginnen dieses Jahr 1274 Azubis ihre Ausbildung im Ostalbkreis. 2018 waren es zum gleichen Zeitpunkt 1258. Dies entspricht einem Plus von 1,3 Prozent oder 16 Ausbildungsverträgen mehr im Vergleich zum Vorjahr.

Größte Lücke im Gastgewerbe

Über alle Wirtschaftsbereiche betrachtet, ist der Lehrstellenzuwachs relativ konstant. Ein Ausschlag nach oben ist lediglich bei den Elektroberufen festzustellen. Hier sind 20 Ausbildungsverträge (plus 15 Prozent) mehr zu verzeichnen. Die Hotel- und Gaststättenberufe liegen mit 58 Verträgen auf dem Vorjahresniveau; dennoch besteht hier gemeinsam mit dem Handel die größte Deckungslücke zwischen den noch offenen Ausbildungsplätzen und der mangelnden Nachfrage. Im Handel ist ein Rückgang von neun Prozent oder 29 Ausbildungsverträgen festzustellen.

André Louis, Leiter des Geschäftsfeldes Ausbildung bei der IHK Ostwürttemberg, sieht einen Grund für das aktuell stabile Niveau in der Verlässlichkeit und der Qualität der dualen Berufsausbildung. „Junge Menschen erkennen in der beruflichen Ausbildung wieder häufiger einen attraktiven Einstieg ins Arbeitsleben. Es muss nicht immer ein Studium sein, um voranzukommen. Dies verstehen offensichtlich immer mehr Abiturienten oder auch Studienabbrecher“, so Louis. Zum Ausbildungsstart 2019 verfügen 450 Jugendliche und damit jeder vierte Azubi über ein Abitur oder einen vergleichbaren Abschluss.

Viele Anstrengungen

Weitere Gründe für den Zuwachs in der dualen Ausbildung sind die zahlreichen Anstrengungen der Unternehmen und der IHK. So wird jährlich eine Vielzahl von Bildungspartnerschaften geschlossen, um die Zusammenarbeit zwischen den Schulen und den Betrieben rund um das Thema Berufsorientierung zu intensivieren. Außerdem können rund 450 Azubis als Ausbildungsbotschafter für Einsätze in Schulklassen oder bei Elternabenden angefordert werden. Bislang gab es knapp 900 Einsätze. Zudem gibt es seit diesem Jahr den „Azubi-Pass – Eine Woche als Azubi im Unternehmen“, an dem mittlerweile über 50 Unternehmen aus Ostwürttemberg teilnehmen. Ein weiteres Projekt ist schließlich „Azubi-On-Air“ auf Facebook. Hier werden ausbildungsrelevante Themen für Azubis, aber auch für Jugendliche, die sich in der Berufsorientierung befinden, modern und jugendlich aufbereitet und präsentiert.

Hier gibt’s noch offene Ausbildungsstellen

Für alle, die aktuell noch einen Ausbildungsplatz suchen, gibt es auf der IHK-Lehrstellenbörse unter www.ihk-lehrstellenboerse.de noch eine ganze Reihe an Ausbildungsplätzen. Denn ein Einstieg in die Berufsausbildung ist auch nach dem Stichtag 1. September noch möglich. Nähere Informationen dazu geben ebenso die IHK-Ausbildungsberater unter Telefon 07321 / 324-166. Alle Informationen zu den verschiedensten Ausbildungsprojekten der IHK Ostwürttemberg gibt es bei Lea Schmitt, Telefon 07321 / 324-138, E-Mail schmitt@ostwuerttemberg.ihk.de.

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