Sterbenden Motorradfahrer gefilmt: Geldstrafe für Gaffer

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In Heidenheim ist es gestern ein Motorradfahrer ums Leben gekommen. Der Mann ist gegen einen Laternenmast geprallt und noch am Unfallort gestorben. Bevor die Rettungskräfte eingetroffen sind, war ein Fahrradfahrer an der Unfallstelle. Aber anstatt Hilfe zu leisten, hat der Mann den Sterbenden mit dem Handy gefilmt. Die Polizei fahndet jetzt nach ihm.

Schwäbische Zeitung

Der 27-Jährige, der im September vergangenen Jahres einen sterbenden Motorradfahrer bei Heidenheim gefilmt hatte, anstatt ihm zu helfen, ist zu einer Geldstrafe im hohen dreistelligen Bereich verurteilt worden. Wie die Staatsanwaltschaft Ellwangen auf Nachfrage der „Schwäbischen Zeitung“ bestätigte, sei der Strafbefehl mittlerweile rechtskräftig.

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Der Fall hatte damals für hohe Wellen gesorgt. Aufgrund des hohen öffentlichen Drucks stellte sich der Mann kurz nach einer eingeleiteten Fahndung. Er war mit seinem Fahrrad unterwegs und zufällig am Unfallort gewesen, zückte aber noch vor dem Eintreffen der Rettungskräfte sein Handy und behinderte im Anschluss die Helfer bei den Versuchen, den Motorradfahrer zu reanimieren.

Das Strafgesetz sieht in solchen Fällen eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder eine Geldstrafe vor.

Erst im Dezember hatte das Amtsgericht Günzburg einen Autofahrer aus Weingarten zu insgesamt 2700 Euro Strafe verurteilt, weil er bei einem Unfall auf der Autobahn A8 bei Burgau einen schwer Verletzten gefilmt hatte.

Die in dem Heidenheimer Fall deutlich niedrigere Geldsumme ist auf die wirtschaftlichen Verhältnisse des Täters zurückzuführen, die bei der Höhe der zu verhängenden Tagessätze Berücksichtigung finden.

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