SHW HPCT: Avir Walze Holding nimmt Betrieb auf

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 SHW-Mitarbeiter hatten Anfang des Jahres in Königsbronn gegen eine drohende Schließung protestiert.
SHW-Mitarbeiter hatten Anfang des Jahres in Königsbronn gegen eine drohende Schließung protestiert. (Foto: privat)
Aalener Nachrichten

Die Avir Walze Holding GmbH hat – über ihre Beteiligungsgesellschaft Hüttenwerke Königsbronn GmbH – den Geschäftsbetrieb der insolventen SHW HPCT übernommen. Damit bleiben rund 80 Arbeitsplätze am Standort Königsbronn erhalten.

Nachdem die letzten Vollzugsbedingungen des am 18. April 2019 zwischen dem Insolvenzverwalter der SHW HPCT GmbH, Rechtsanwalt Martin Mucha, und der Hüttenwerke Königsbronn GmbH geschlossenen Unternehmenskaufvertrags am 10. Mai erfüllt worden sind, wird der Geschäftsbetrieb in den Bereichen Herstellung und Lieferung von (Druckguss-)Walzen sowie Servicedienstleistung für (Druckguss-)Walzen mit rund 80 Mitarbeitern kurzfristig wieder aufgenommen. Zum Kaufpreis haben die Parteien Stillschweigen vereinbart.

Arbeitsplätze bleiben erhalten

An der Avir Walze Holding sind auch die übernommenen Mitarbeiter mit einem Drittel der Anteile beteiligt. So bleiben nicht nur Arbeitsplätze erhalten, sondern die Mitarbeiter partizipieren auch am künftigen Erfolg des Unternehmens.

Ich freue mich sehr, dass für die SHW HPCT nun doch noch eine Lösung gefunden werden konnte, mit der rund die Hälfte der Arbeitsplätze erhalten werden. Insolvenztverwalter Martin Mucha

„Ich freue mich sehr, dass für die SHW HPCT nun doch noch eine Lösung gefunden werden konnte, mit der rund die Hälfte der Arbeitsplätze erhalten werden. Mit dem neuen Eigentümer kann das Unternehmen hoffentlich bald wieder an frühere Erfolge anknüpfen und die langjährige Tradition des Unternehmens fortführen", erklärt Insolvenzverwalter Martin Mucha.

Walzen für Papierindustrie

SHW High Precision Casting Technology hat sich als Gießerei auf die Produktion von Walzen unter anderem für die Papierindustrie, die Lebensmittel- und Beschichtungsindustrie sowie auf Verschleißgussteile für die Zermahlungsindustrie spezialisiert.

Geschäftsbetrieb zunächst stillgelegt

Bereits 2013 und 2017 war das Unternehmen in eine wirtschaftliche Schieflage geraten und musste Insolvenz anmelden. Im Oktober 2018 wurde der Gießereibetrieb in Königsbronn wegen fehlender finanzieller Mittel eingestellt; nachdem eine Rettungsaktion unter Einbeziehung der Hauptkunden gescheitert war, stellte die Geschäftsführung im Dezember 2018 erneut einen Insolvenzantrag.

Im Rahmen der dritten Insolvenz wurde zunächst die Stilllegung des Geschäftsbetriebs des Unternehmens eingeleitet.

Wie geht es weiter mit SHW HP CT in Königsbronn?
Nur etwa ein halbes Jahr ist es her, dass die Gießerei SHW HPCT in Königsbronn ihre zweite Insolvenz überstanden hat. Doch seit einiger Zeit steckt das Unternehmen wieder in großen finanziellen Schwierigkeiten – ein Albtraum vor allem für die Mitarbeiter. Bei der IG Metall beschäftigt man sich intensiv mit den Entwicklungen, hat die SHW doch eine durchaus große Bedeutung für die Gewerkschaft.
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