Leiche in Teile zerlegt und auf Sizilien beseitigt: Vater und Söhne angeklagt

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IPF- UND JAGST-ZEITUNG

Die Staatsanwaltschaft Ellwangen hat gegen drei Männer aus dem Landkreis Heidenheim Anklage wegen des Verdachts des Mordes erhoben.

Bei den Angeschuldigten handelt es sich um einen 55-jährigen Vater und seine 30 und 33 Jahre alten Söhne. Dem Familienvater wird von der Staatsanwaltschaft Mord in drei Fällen, dem 33-Jährigen werden zwei Morde und dem 30-Jährigen wird ein Mord zur Last gelegt.

Opfer soll Tochter misshandelt haben

Die drei Angeschuldigten sollen nach der Anklage der Staatsanwaltschaft Ellwangen am Abend des 31. Oktober 2014 in der Garage eines Wohnhauses in Sontheim gemeinsam den Lebensgefährten der Tochter des 55-Jährigen - beziehungsweise der Schwester der beiden anderen Angeschuldigten - getötet haben, da das Opfer zuvor die Schwester beziehungsweise Tochter körperlich misshandelt haben soll.

Nach der Anklageschrift sollen die drei Angeschuldigten das Opfer zunächst festgehalten und geschlagen sowie anschließend solange gewürgt haben, bis das Opfer nicht mehr atmete. Anschließend soll der Leichnam in einer angemieteten Garage in Teile zerlegt und im Frühjahr 2015 an nicht näher bekannten Stellen auf Sizilien beseitigt worden sein.

55-Jähriger soll seinen Schwiegersohn getötet haben

Weiter legt die Staatsanwaltschaft dem 55-jährigen Anschuldigten zur Last, am 13.02.2008 seinen Schwiegersohn unter einem Vorwand bei dessen Arbeitsstelle abgeholt, ihm dann in einer Garage in Sontheim einen Strick um den Hals gelegt und ihn anschließend erwürgt zu haben. Danach soll der 55-Jährige die Leiche auf bislang unbekannte Weise beseitigt haben.

Vermieter erdrosselt und zerstückelt

Nach den Ermittlungen soll der Familienvater zusammen mit seinem 33-jährigen Sohn außerdem am Abend des 14. Mai dieses Jahres im Dachgeschoss ihres Wohnhauses in Sontheim einen 59-jährigen Mann, von dem der 55-Jährige eine Garage angemietet hatte, zu Boden geschlagen und gefesselt haben. Danach sollen die beiden Angeschuldigten ihr Opfer gezwungen haben, vorbereitete Verträge über angebliche Geldzahlungen in Höhe von 130 000 Euro zu unterzeichnen und die PIN-Nummern zu seinen EC-Karten preiszugeben.

Mit den Verträgen sollen die beiden Angeschuldigten beabsichtigt haben, gegenüber den Erben des Opfers Vorauszahlungen für ein Grundstücksgeschäft zu dokumentieren. Nachdem sie die Unterschrift ihres Opfers erzwungen hatten, sollen die beiden ihr Opfer erdrosselt sowie anschließend den Leichnam zunächst in einer Gefriertruhe aufbewahrt und einige Tage später in Teile zerlegt haben.

Der 55-jährige Angeschuldigte ist ebenso wie der 33-Jährige Angeschuldigte strafrechtlich noch nicht vorbelastet. Der 31-jährige Angeschuldigte wurde bereits mehr-ach - überwiegend wegen Diebstählen - strafrechtlich zur Verantwortung gezogen. Alle drei Angeschuldigten gingen zuletzt einer geregelten Tätigkeit nach.

Vater und Sohn gestehen Mord
Es ist ein Verbrechen, das es mit jedem Fernseh-Krimi aufnehmen könnte: In Sontheim an der Brenz nimmt die Polizei zwei Männer wegen Mordverdachts fest. Die Männer gestehen, aber die Ermittler finden zunächst keine Leiche. Worauf die Polizei ihre Suche gleich an mehreren Orten startet.
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