Glücksspiel bei den Opernfestspielen

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Immer für eine sehenswerte Kulisse gut: die Opernfestspiele Heidenheim im Rittersaal von Schloss Hellenstein.
Immer für eine sehenswerte Kulisse gut: die Opernfestspiele Heidenheim im Rittersaal von Schloss Hellenstein. (Foto: Archiv: Oliver Vogel)
Aalener Nachrichten

„Pique Dame“, die Oper von Pjotr Iljitsch Tschaikowski, feiert unter Dirigent Marcus Bosch am Freitag, 5. Juli, um 20 Uhr Premiere im Rittersaal Schloss Hellenstein (bei schlechtem Wetter im Festspielhaus Congress Centrum). Zu hören sind neben den Solisten der Tschechische Philharmonische Chor Brünn und die Stuttgarter Philharmoniker.

Drei, sieben, Ass: Mit diesen Glückskarten kann jedes Spiel gewonnen werden. Doch entwickelt sich diese Zauberformel bei Tschaikowskis vorletztem Bühnenwerk „Pique Dame“ zur Tragödie. Als zentrale Festivaloper steht sie auf dem Programm der Opernfestspiele Heidenheim und feiert ihre Premiere in der Inszenierung von Tobias Heyder am 5. Juli. Weitere sieben Aufführungen finden bis zum 27. Juli statt.

Begeisterung schon bei der Uraufführung 1890

Tschaikowskis Oper entstand in einer Zeit, in der der Komponist von Depressionen heimgesucht wurde. Das Libretto seines jüngeren Bruders Modest jedoch ermöglichte ihm einen Zugang zu dem Stoff um tragische Liebe und krankhafte Spielleidenschaft. Schonungslose Charakterstudien treffen mit Gesellschaftskritik vor dem Hintergrund einer Welt aufeinander, in der sich Traum, Mystik und Realität miteinander vermischen. Die Bühnenhandlung nach der gleichnamigen Puschkin-Novelle entpuppt sich als zeitlose Parabel über die Frage, ob und wie Glück zu bannen, zu berechnen oder zu erzwingen sei. Bereits die Uraufführung der Oper 1890 in Sankt Petersburg wurde mit Begeisterung aufgenommen und setzte die Erfolgsserie des Komponisten fort, der bereits mit seinen Werken wie der Oper „Eugen Onegin“ sowie den Balletten „Schwanensee“ und „Dornröschen“ große Popularität errungen hatte.

„Die Geschichte atmet große Intensität. Musikalisch ist das Werk ohnehin über jeden Zweifel erhaben", begeistert sich Marcus Bosch. Die männliche Hauptpartie des spielsüchtigen Offiziers Hermann gestaltet Tenor George Oniani. Für Gabriele Scherer in der Rolle der unglücklich verliebten Lisa springt die armenische Sopranistin Karina Flores ein. Marcus Bosch dirigiert das Festspielorchester Stuttgarter Philharmoniker sowie den Festspielchor Tschechischer Philharmonischer Chor Brünn.

Einführungsveranstaltung ist am Sonntag, 30. Juni, um 11 Uhr in der Schlosskirche Schloss Hellenstein (Eintritt frei). Hier laden die Opernfestspiele Heidenheim zur Matinée zu „Pique Dame“ ein und geben einen Vorgeschmack auf die bevorstehende Premiere. Das Kreativteam um Marcus Bosch gibt Einblicke in den Probenprozess und das Konzept der Inszenierung. Das Publikum erhält hier Informationen aus erster Hand – von der Umsetzung der Oper über die Schicksale der Protagonistinnen und Protagonisten bis hin zu den Verknüpfungen des diesjährigen Festivalmottos „Glück“. Die Veranstaltung wird mit musikalischen Kostproben der Solistinnen und Solisten der OH! abgerundet.

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