DHBW Heidenheim investiert fünfstelligen Betrag in moderne Luftreinigungsgeräte

 Wo Lüften nicht möglich ist, da helfen oftmals Luftfiltergeräte. Die Heidenheimer Hochschule hat nun einen fünfstelligen Betrag
Wo Lüften nicht möglich ist, da helfen oftmals Luftfiltergeräte. Die Heidenheimer Hochschule hat nun einen fünfstelligen Betrag in diese Geräte investiert. (Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa)
IPF- UND JAGST-ZEITUNG

Ein wichtiger Baustein zur Minimierung der Ansteckung mit dem Coronavirus ist die Reduzierung der Aerosole in der Luft. Meist geschieht das durch einfaches Lüften, also Öffnen der Fenster. Wo dies aber nicht möglich ist, steigt das Risiko. „Wir haben im Gebäude Marienstraße mehr als zehn innenliegende Räume, die kein Fenster haben“, weiß Nadine Knoch vom Gebäudemanagement der DHBW Heidenheim.

Laborveranstaltungen sind gefragt

Häufig sind dort Labore untergebracht. Das Equipment sowie die Maschinen können aber nicht „einfach so“ in einen anderen Raum umgezogen werden. „Gleichzeitig wollen wir aber nicht auf Laborveranstaltungen verzichten“, erklärt Rektor Rainer Przywara. „Gerade Lehrveranstaltungen in Laboren gehören zu den Vorlesungsinhalten, die unbedingt in Präsenz gemacht werden müssen.“ Schließlich habe nicht jeder Student oder jede Studentin zuhause Zugriff auf eine vernetzte Rechnerumgebung, hochwertige Maschinen und Anlagen oder eine Werkstatt.

Investition im fünfstelligen Bereich

Ein Dilemma, in dessen Lösung die Heidenheimer Hochschule nun einen fünfstelligen Betrag investiert hat. „Wir haben innovative Luftreinigungsgeräte angeschafft,“ erzählt Przywara stolz. Das Prinzip hinter den Geräten sei einfach und gleichzeitig effektiv: Die Geräte saugen unten die Luft an, anschließend wird sie durch eine Kammer mit UV-Strahlung gezogen, oben kommt die gereinigte Luft wieder heraus. „Durch den Einsatz von UV-Strahlung werden die in der Luft enthaltenen Viren und Bakterien zerstört“, weiß der studierte Maschinenbauer. Die Vorteile liegen für ihn auf der Hand: „Wir können durch den Einsatz der Luftreinigungsanlagen das Infektionsrisiko reduzieren.“ Da die Anlagen keinen Filter benötigen, entstehe auch kein Wartungsaufwand. Zudem habe im Studiengang Maschinenbau im Vorfeld eine Studie stattgefunden, die bestätigte, dass die Anlagen schadstofffrei sind und weder Strahlung freigesetzt noch Ozon ausgestoßen wird.

Besonders leistungsstark

Die Geräte sollen auf mobilen Halterungen montiert werden, so dass sie, wenn sie in den Laboren nicht benötigt werden, auch in anderen Räumen genutzt werden können. „Durch diese Flexibilität können wir aktuell einen wichtigen Baustein in der Bekämpfung des Coronavirus hinzufügen“, sagt Przywara. Zudem wurden besonders leistungsstarke Geräte für die Bibliothek und die Aula angeschafft. „Aufgrund der Größe der Räume ist hier das Lüften schwieriger als in den Vorlesungsräumen, daher bin ich froh, dass wir hier eine technische Unterstützung gefunden haben.“

Nicht nur gegen Corona

Und wenn Corona dann vorbei ist? „Dann haben wir auch langfristig keimfreie Luft in unseren Räumen – denn Corona ist ja nicht der einzige Plagegeist, gerade im Winter. Die Geräte zerstören nicht nur das Coronavirus, sondern alle Bakterien und Viren in der Luft“, so Przywara. „Wenn wir dadurch in der Erkältungszeit die ein oder andere Infektion verhindern, im Frühjahr Pollenallergien minimieren und grundsätzlich Gerüche reduzieren, haben die Anlagen sich meiner Meinung nach mehr als gelohnt.“

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