In der LEA herrscht eine Atmosphäre wie beim Afrikacup

 Der kamerunische Torhüter (rechts) posiert mit der Flagge der Provinz Ambazonien, die um ihre staatliche Eigenständigkeit kämpf
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Der kamerunische Torhüter (rechts) posiert mit der Flagge der Provinz Ambazonien, die um ihre staatliche Eigenständigkeit kämpft. (Foto: Graser)
Redakteur Ellwangen
Franz Graser

Das Team Nigeria I gewinnt den ersten Fußball-Nationencup der LEA-Bewohner.

„Heute ist ein historischer Tag“, rief Berthold Weiß, der Leiter der Landeserstaufnahmestelle, dem siegreichen Team Nigeria I und seinen Anhängern zu: „Das war das erste Nationenturnier in der LEA Ellwangen!“ Und mit diesen Worten überreichte er dem Kapitän des Teams Nigeria I die Trophäe in Form einer Siegertorte. Wenige Minuten zuvor hatte Nigeria I im Finale das Team aus Gambia mit 5:2 im Elfmeterschießen bezwungen. Nach der regulären Spielzeit hatte es 1:1 gestanden. Gambia war zwar über weite Strecken spielbestimmend gewesen, aber wenn die Nigerianer zu Kontern ansetzten, wurde es brandgefährlich. Kurz vor Spielende bejubelte der nigerianische Anhang sogar den Führungstreffer. Schiedsrichter Harald Ziebart hatte jedoch eine Abseitsstellung gesehen, weswegen das Tor nicht zählte.Insgesamt nahmen sechs Mannschaften an dem Turnier teil. Die LEA-Bewohner aus Nigeria stellten zwei Teams, daneben waren Mannschaften aus Gambia, Guinea und Kamerun sowie ein gemischtes Team aus Togo, dem Senegal und Mali am Start. Die Mannschaften spielten zunächst in zwei Dreiergruppen, danach trugen die Erstplatzierten das Finale aus, die beiden Zweitplatzierten spielten um Platz drei und die beiden Gruppenletzten traten zu einem Duell um Platz fünf an.Das ganze Turnier verlief sehr fair und friedlich. Die Begeisterung der Teams sprang auf die Zuschauer, die meisten von ihnen LEA-Bewohner, und auch den Schiedsrichter über. Harald Ziebart hätte sich jedenfalls im Leben nicht träumen lassen, einmal einen Afrika-Cup zu pfeifen. „Schon die ersten beiden Spiele waren leicht zu leiten“. In jedem Team habe es zwei oder drei Spieler gegeben, die ihre Kameraden beruhigten, wenn es einmal zu einer strittigen Szene kam. Die Emotionen der Beteiligten hätten sich jederzeit im Rahmen gehalten. Die Organisation des Turniers hatte in den Händen von Hermann Weber gelegen. Der Vorsitzende des Stadtverbands der sporttreibenden Vereine bietet mehrmals in der Woche Fußballtraining für die Bewohner der LEA an.

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