Leiter der Redaktionen Aalen und Ellwangen
Redakteurin Virngrund

In der Ellwanger Landeserstaufnahmestelle für Flüchtlinge (LEA) ist es am Dienstagnachmittag erneut zu einer Schlägerei zwischen Syrern und Pakistani gekommen.

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In der Ellwanger Landeserstaufnahmestelle für Flüchtlinge (LEA) ist es am Dienstagnachmittag erneut zu einer Schlägerei zwischen Syrern und Pakistani gekommen. In die Auseinandersetzung sollen bis zu 150 Menschen verwickelt gewesen sein. Vier Menschen sind dabei verletzt worden. Alle vier Verletzten mussten zur Behandlung ins Ellwanger Krankenhaus gebracht werden. Da die Situation in der LEA zunächst als völlig unübersichtlich eingestuft wurde, rückte die Polizei am Dienstag mit einem Großaufgebot an. 30 Streifenwagen und rund 100 Beamten, darunter auch Kräfte aus Bayern, waren im Einsatz. Unterstützt wurden die Polizisten, die am Dienstag zum Teil in Kampfmontur aufmarschierten, von einer Hundestaffel sowie von einem Polizeihubschrauber, der die Situation aus der Luft verfolgte.Die Pressevertreter hatten indes keinen Zugang auf das Gelände und konnten das Geschehen nur von außen beobachten beziehungsweise wurden später vom stellvertretenden LEA-Leiter Roland Herzog und Polizeisprecher Klaus Hinderer über den erneuten Zwischenfall auf dem LEA-Gelände informiert.Wie Herzog erklärte, habe es zwischen den beiden Gruppen, die am Dienstagnachmittag aneinandergeraten sind, bereits am Vormittag erste Spannungen gegeben, als es um die Bearbeitung ihrer Asylanträge ging. Die Situation konnte zu diesem Zeitpunkt aber wieder beruhigt werden. Bei der Essensausgabe – die in der hoffnungslos überbelegten LEA mittlerweile drei Stunden, nämlich von 11.30 bis 14.30 Uhr dauert – sei der Konflikt dann erneut aufgeflammt. Gegen 14 Uhr kam es zu den Handgreiflichkeiten. Zunächst in der Küche, später dann auch auf der Straße und vor den Unterkünften. Einem Pakistani wurde dabei vermutlich mit einem Aluprofil ein Schlag gegen den Oberkörper verpasst; eine Stichverletzung, die der Polizei zunächst gemeldet worden war, soll es nicht gegeben haben. Zum Glück hatte sich die Situation bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte bereits so weit wieder beruhigt, dass die Beamten nicht mehr aktiv ins Geschehen eingreifen mussten. Aber die Grundstimmung sei laut Hinderer immer noch „sehr aufgeheizt“ gewesen. Die Polizei habe deshalb sofort darum gekümmert, die verfeindeten Gruppierungen voneinander fernzuhalten.Der stellvertretende LEA-Leiter Roland Herzog machte für diesen neuerlichen Zwischenfall die dramatische Enge in der LEA verantwortlich. Zwischenzeitlich lebten etwa 4100 Menschen in der LEA, die ursprünglich für Unterbringung von maximal 1000 Flüchtlingen konzipiert worden war. „Wir sind hier nur noch am nachsteuern, ob es nun um die Essensausgabe oder die sanitären Einrichtungen geht“, so Herzog. Die Kriminalpolizei hat derweil die Ermittlungen nach den Schlägern aufgenommen.

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