Wöchentliche Kolumne verändert den Fokus: „Es wird sich auf jeden Fall anders lesen“

 Redakteur Michael Häußler, der Herr der Bildschirme bei den Aalener Nachrichten/Ipf-und Jagst-Zeitung, startet am 15. April mit
Redakteur Michael Häußler, der Herr der Bildschirme bei den Aalener Nachrichten/Ipf-und Jagst-Zeitung, startet am 15. April mit der wöchentlichen Kolumne „Häußlers Homeoffice“. (Foto: Timo Lämmerhirt)
Leiter der Redaktionen Aalen und Ellwangen

Am 15. April startet Redakteur Michael Häußler mit seiner wöchentlichen Kolumne „Häußlers Homeoffice“. Der Titel ist natürlich nicht zufällig gewählt, Häußler ist bei den Aalener Nachrichten/Ipf- und Jagst-Zeitung derjenige, der den Online-Auftritt auf Schwäbische.de/ostalb, dem Online-Auftritt beider Ausgaben, koordiniert und den Kollegen in diesem Bereich mit Rat und Tat zur Seite steht. Timo Lämmerhirt wollte zum Start von dem 31-Jährigen wissen, worauf sich der Leser freuen darf.

In der kommenden Woche startest Du mit „Häußlers Homeoffice“, Deiner eigenen wöchentlichen Kolumne. Was können wir denn von dieser erwarten?

Alles und nichts (lacht). Da liegt die ganze Welt drin. Aber im Ernst: Neben unserer seriösen und neutralen Berichterstattung über die regionalen Themen, über die wir täglich schreiben und die wir bearbeiten, bekommt der Leser in dieser Kolumne einmal einen anderen Blick auf die Redaktion.

Hast Du Dir schon überlegt, wie Du Dich stilistisch präsentieren möchtest? Du darfst Dich in der Kolumne schriftstellerisch durchaus etwas austoben...

Textlich wird sich das auf jeden Fall davon unterscheiden, was sonst unter meinem Namen steht. Es soll sich auch anders lesen und muss sich irgendwo natürlich merklich von der normalen Berichterstattung abheben. Bei einer Kolumne steht das Persönliche im Vordergrund, was bei einer sachlichen Berichterstattung überhaupt nicht der Fall sein darf. Aber hier möchte ich schon Persönliches einfließen lassen. Die Herausforderung ist riesig. Die Fallhöhe allerdings auch.

Mit der wöchentlichen Kolumne "Häußlers Homeoffice" wird der Leser mitgenommen. In Gedankenwelten, Redaktionsalltag und (ganz normalen?) Wahnsinn. (Foto: David Weinert)

Wie viel Persönliches möchtest Du preisgeben? Wie viel kann man da überhaupt zulassen?

Na ja, zunächst schreibt man ja gefühlt in einen luftleeren Raum. Ich könnte mir vorstellen, dass ich beim ersten Teil wesentlich mehr Persönliches zulasse als später. Die Frage ist dann, ob das beim zweiten Lesen alles so stehen bleibt, ob ich das wirklich so lassen möchte (lacht). Vielleicht ändert sich das aber auch, wenn es Rückmeldungen aus der Leserschaft gibt. Man bekommt ja auch bei einem Kommentar selten die Rezensionen der Leser mit. Spannend wäre es.

Mit anderen Worten lädst Du die Leser und User dazu ein, sich bei Dir zu melden?

Es ist doch so: Wenn man etwas schreibt, dann möchte man auch gelesen werden. Wenn man dann noch Reibung erzeugen kann, sich die Leser damit auseinandersetzen, dann ist das doch umso besser. Ob es positiv oder negativ ist, das spielt erstmal keine Rolle. Aber hier bei uns im Schwabenland wird ja häufig genug gesagt: „Nicht geschimpft ist Lob genug“. Aber als Schreiber kann dir doch nichts Besseres passieren, wenn sich die Leute mit dir auseinandersetzen.

Frei nach dem Motto: Der Applaus ist des Künstlers Brot also?

Den Applaus höre ich ja nicht. Aber ich bin ja in erster Linie Onliner, also können mir die Leute auch klatschende Emojis senden (lacht).

Du sprichst es gerade an, Du bist ja primär unser Mann fürs Internet. Wir verhält es sich denn bei uns in der Region zwischen Print und Online?

Die Zeitung spielt aktuell, so glaube ich, immer noch eine größere Rolle als das Digitale. Eigentlich ist es in der heutigen Zeit absurd, aber wenn du bei uns relevant sein möchtest, dann musst du im Print, also in der Zeitung, veröffentlicht sein. Da spielt das Digitale in den Köpfen eigentlich gar keine große Rolle. Zumindest nicht, wer es am Ende veröffentlicht hat. Dass man als Quelle der Information genannt wird, das ist eher beim Print der Fall. Wo die Nachricht am Ende herkommt, ist dem Online-User letztlich egal.

Mach uns Deine Kolumne doch mal schmackhaft. Auf welche Themenbereiche dürfen sich die Leser denn freuen, was hast Du alles im Köcher?

Ich glaube, dass da Vieles aus dem Leben gegriffen wird, also aus allem, was einem so begegnet. Es wird sich jetzt auch nicht nur aufs Digitale beschränken, deswegen haben wir in der Beschreibung ja auch die Klammer gesetzt. Ich denke aber auch, dass es mal um gewisse Prozesse gehen wird, die bei uns in der Redaktion auffällig waren. Vielleicht spielen aber auch gewisse Vorgehensweisen von uns eine Rolle, die ungewöhnlich oder besonders gewesen sind. Wir bieten da schon Content, der auch mal hinter die Kulissen blicken lässt. Meine Kollegen werden mich schon inspirieren (grinst).

Hast Du mit derlei Textformen eigentlich schon einmal Erfahrungen sammeln dürfen?

(lacht) Ja, als Praktikant hatte ich einmal eine Kolumne und die hieß „Michis Filmkiste“. Darin habe ich dann auf der Jugendseite vor allem ältere Filme vorgestellt, die die jungen Leute wahrscheinlich gar nicht mehr kennen. Deswegen wurden die Filme aber wahrscheinlich gar nicht häufiger geschaut, denn es stellte sich heraus, dass Oma und Opa diese Tipps gelesen und höchstens an ihre Enkel weitergegeben haben (lacht). Mit dieser Kolumne aber möchten wir schon eine breitere Masse ansprechen (schmunzelt).

Wieso werden Leser und User gleichermaßen Fans Deiner Kolumne?

Zum einen ist ja immer mein Bild dabei... (lacht)

...Und jetzt bitte noch eine seriöse Antwort...

Das kann man sich auch ausschneiden und irgendwo einkleben. Nein. Ich denke einfach, dass das ein Format werden wird, das man in der Form bislang nicht gelesen hat bei uns. Es hat somit ein besonderes Merkmal. Wir Redakteure stellen sonst ja nicht uns in den Vordergrund, sondern die Geschichten oder andere Menschen. In dieser Kolumne verschiebt sich diese Sichtweise ein wenig. Ich könnte mir schon vorstellen, dass das für die Leser interessant sein könnte. Bleibt zumindest am Ende zu hoffen.

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