Wie die Ellwanger ihr Waldstadion finanzieren wollen

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„Aus Rot wird Grün“, hoffen die drei großen Ellwanger Sportvereine TSV, FC und DJK. Aus dem alten Ascheplatz im Waldstadion soll ein neues Kunstrasenspielfeld werden. Nachdem Basballer und Fußballer sich auf einen gemeinsamen Platz geeinigt, nachdem der Gemeinderat Ja gesagt hat und die Planung gemacht ist, geht es jetzt ums Geld: Rund 100 000 Euro brauchen die Vereine noch für ihr Projekt. Deshalb werben sie nun um Sponsoren und um Spender.

Rund 1,3 Millionen Euro soll der Umbau des Ascheplatzes insgesamt kosten, erklärte Karl Bux, der Vorsitzende des Fördervereins fürs Waldstadion, bei einem Treffen mit Vertretern aus Wirtschaft und Politik vor Ort. Die Stadt erwarte, dass die beteiligten Vereine hiervon 200 000 Euro erbringen. „100 000 Euro haben die Vereine, die zweiten 100 000 Euro müssen wir aquirieren“, erläuterte Bux.

Leider könnten die Beteiligten kaum Eigenleistungen erbringen, wie es sonst üblich sei. Denn das geplante Kunstrasenfeld sei gewährleistungsabhängig und könne daher nur von Spezialisten hergestellt werden. „Deshalb sind unsere Möglichkeiten, mit der Schaufel in der Hand etwas zu bewegen, gering“, so Bux. Stattdessen werde die Stadt die Summe vorfinanzieren, so dass der Umbau 2019 beginne. Innerhalb von zehn Jahren, vielleicht eher, wolle man das Geld dann zurückzahlen. „Das sind 10 000 Euro im Jahr, das müsste zu schaffen sein“, machte der Fördervereinsvorsitzende der Runde im Vereinsheim Mut. Wie, dafür wurden am Freitagabend Ideen entwickelt.

Eine Maßnahme läuft bereits. Das Projekt ist auf der Spendenplattform „Gut für die Ostalb“ der Kreissparkasse Ostalb vertreten. Eine erste Verdoppelungsaktion im September erbrachte 4000 Euro, berichtete Filialleiter Xaver Franz Weber. Jetzt ist die Aktion „Aus Rot wird Grün“ – der Werbewirksamkeit wegen – mit 111 111 Euro gelistet. Gespendet werden kann für Bausteine: für einen Pitcher Mound, den die Baseballer brauchen, oder einen Elfmeterpunkt für die Fußballer. Eineinhalb Jahre lang soll die Aktion laufen, auch eine Chance, seine Spende von der KSK verdoppeln zu lassen, soll es an einem Tag wieder geben. Doch braucht es noch andere Finanzquellen. „Vor Weihnachen ist die Zeit richtig“, meinte Weber augenzwinkernd.

Für Stadt und Allgemeinwohl

Große Hoffnung legen die Beteiligten auf das Sponsoring durch Firmen. Sowohl Thomas Stoll, der Vorsitzende des FC, als auch Günther Haas, der Vorsitzende des TSV, betonten noch einmal, wie wichtig ein gemeinsames Kunstrasenspielfeld für Fußballer und Baseballer sei. Aber auch die Sportler der DJK, anderer Vereine und der Schulsport würden profitieren. „Gute Sportplätze sind ein weicher Standortfaktor für Ellwangen, und Firmen, die sich am Umbau beteiligen, tun etwas für die Stadt und das Allgemeinwohl“, warb Stoll. Stadtrat und Unternehmer Gunter Frick riet, auf Firmen zuzugehen, die beim Umbau Gewerke übernehmen könnten. Für viele andere Firmen und Geschäfte schlug Angelika Bopp-Seitzer von Stade Optik vor, „viele kleine Engagements zu finden, etwa als Bausteine“. CDU-Bundestagsabgeordneter Roderich Kiesewetter hatte viele Ideen parat. Etwa, eine Münze zu prägen und zu verkaufen oder Veranstalter zu bitten, einen Teil ihrer Eintrittsgelder von Theaterstücken und ähnlichem für den guten Zweck zu spenden. Weitere Ideen machten die Runde. „Nach mehreren Anläufen werden wir das Projekt doch endlich hinkriegen“, meinte Haas am Ende.

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