Wegen Trockenheit: Wasserentnahme soll reduziert werden

Lesedauer: 3 Min

Aus einem Hahn sprudelt unaufhörlich das Wasser in den hölzernen Bottich, der kurz vor Kalkhöfe an der Straße von Rindelbach kommend steht. Ein Auto hält am Kalten Brunnen. Eine Frau steigt aus und holt zwei Kanister aus ihrem Wagen. In Sekundenschnelle sind die Behälter bis zum Rand gefüllt. Und schon fährt sie auch wieder davon. Doch bei der anhaltenden Hitzewelle sollte sehr sparsam mit dem kostbaren Rohstoff umgegangen werden.

Darauf macht das Landratsamt aufmerksam. „Das private Abfüllen ist weiterhin erlaubt“, sagt Susanne Dietterle, die Pressesprecherin des Amts. Dennoch müsse es auf ein Minimum beschränkt werden. Denn der Wasserpegel in den Flüssen und Seen ist durch die anhaltende Trockenheit abgesunken. Landkreise wie Sigmaringen, Ravensburg oder Bodensee haben die Entnahmen aus Gewässern bereits verboten und unter Strafe gestellt.

„Das kann bei uns auch noch kommen. Das kommt jetzt darauf an, wie es sich entwickelt“, sagt Dietterle. Verboten sei allerdings die gewerbliche Entnahme oder auch das Abpumpen von Wasser durch Privatleute. „Dafür sind Genehmigungen nötig. Wer im großen Stil Wasser entnimmt, kann mit bis zu 10 000 Euro Bußgeld bestraft werden“, so die Pressesprecherin.

Landratsamt will bekannte Stellen kontrollieren

Das will das Landratsamt kontrollieren. „Wir werden das an bekannten Wasserentnahmestellen beobachten“, sagt Wolfgang Mayer, Sachgebietsleiter für den Fachbereich oberirdische Gewässer beim Landratsamt. Bislang sei aber dahingehend noch nichts gravierendes aufgefallen.

Wie oft beispielsweise die Frau an den Brunnen fährt, um Wasser abzufüllen, lässt sich nicht klären. Darauf angesprochen lächelt sie nur. Sie verstehe nur schlecht deutsch, sagt sie mit starkem Akzent. Dann schraubt sie die Deckel auf ihre Kanister, ruft kurz „Tschüss“ und geht zu ihrem Auto zurück.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen