Vulkan bedroht Schmidpeters Mission

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Wolfgang Bolz

Die peruanische Stadt Arequipa ist vielen Lesern bekannt. Denn seit Jahren wird das Wirken von Pater Schmidpeter vor Ort durch zahlreiche Besuche aus Ellwangen und Umgebung beobachtet und mitgelebt. Im August war eine größere Gruppe aus Abtsgmünd da.

Ankommende Gäste erleben ein unvergessliches Panorama, denn Arequipa liegt am Fuße einer Kette von aktiven Vulkanen, von denen der Misti (5822 Meter) der Bekannteste ist. Ebenfalls von Arequipa aus zu sehen ist der mächtige Chachani (6075 Meter) und in 75 Kilometern Entfernung der gefährliche Sabancaya (5976 Meter). Der Pichu Pichu (5664 Meter) liegt in der gleichen Andenkette und etwa 150 Kilometer westlich von Arequipa der Coropuna mit 6377 Metern der höchste aktive Vulkan Perus.

Täglich Dutzende Eruptionen beim Sabancaya

Seit der Sabancaya (in der Indianersprache Feuerzunge) am 6. November 2016 anfing, Feuer und Asche auszuwerfen, ist er nicht mehr zur Ruhe gekommen. Täglich werden Dutzende von Eruptionen beobachtet. Zentimeterhoch liegt die Asche auf den Weiden der Lamas und Alpakas und viele Tiere verenden. Flüge werden umgeleitet und die knapp zwei Millionen Menschen, die in Arequipa und Umgebung wohnen, machen sich Sorgen um die Zukunft.

Die besondere Aufmerksamkeit gilt dem Hausberg Arequipas, dem Misti. Knapp 300 000 Personen leben direkt am Berg und die unkontrollierte Besiedlung kriecht immer weiter die Hänge hinauf. Dort haben sich Dörfer entwickelt, in denen Pater Schmidpeter sein seelsorgerisches Leben verbringt und die klingende Namen haben wie El Mirador, Mateo Pumacuhua, Villa Pacífico, Villa El Salvador, Señor de los Milagros, Alameda Salaverry, Corazón de Jesús, Galaxias Zona III und Estrellas del Misti. Für die Menschen in diesen Pueblos Jovenes gibt es bei Gefahr keine Chancen. Die Behörden versuchen verzweifelt, die Abhänge des Misti zu räumen – vergebens.

Eine Million Menschen wäre von einem Ausbruch betroffen

Man rechnet damit, dass bei einem Vulkanausbruch des Misti die Lava in einer halben Stunde den Stadtkern Arequipas, die Plaza de Armas, erreicht haben könnte. Etwa eine Million Menschen wären direkt betroffen.

Die der Stadt vorgelagerten Besiedlungen wie Miraflores, Alto Selva Alegre – in der das Polyklinikum von Pater Schmidpeter liegt – Cayma, Cerro Colorado und Yura bereiten sich durch Schutzübungen vor und üben, welche Fluchtwege sie bei drohender Gefahr nutzen können. In Arequipa selbst werden keine Maßnahmen beobachtet.

Der zu erwartende Ascheregen würde auch die Talsperre Aguada Blanca bedecken. Damit wären fast 90 Prozent der Bevölkerung ohne Trinkwasser. Der letzte Ausbruch des Misti liegt jetzt 500 Jahre zurück und obwohl viele kleine Erdstöße die Arequipeños täglich an die Realität erinnern, hoffen doch alle, dass es noch ein paar 100 Jahre dauern möge, bis die Katastrophe eintritt – oder vielleicht nie.

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