Vorhofflimmern kann zum Schlaganfall führen

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 Chefarzt Johannes Zundler.
Chefarzt Johannes Zundler. (Foto: Ostalb-Kliniken)

Herz außer Takt: Wann sind Herzrhythmusstörungen harmlos, wann können sie gefährlich werden? Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung und ernst zu nehmen, aber nicht lebensbedrohlich. Unbemerkt und unbehandelt, steigt jedoch das Risiko für einen Schlaganfall.

Im Rahmen der alljährlichen Herzwochen der Deutschen Herzstiftung spricht Dr. Johannes Zundler, Chefarzt der Abteilung für Innere Medizin der Sankt Anna-Virngrund-Klinik, über Symptome, Diagnose und Therapie. Der Vortrag ist ein medizinischer Themenabend des Ellwanger Gesundheitsforums, das die Klinik, die AOK Ostwürttemberg und die „Ipf- und Jagst-Zeitung“ im Herbst 2013 ins Leben gerufen haben.

„Das Risiko, an Vorhofflimmern zu erkranken, nimmt im Alter zu“, so Johannes Zundler im Gespräch mit der „Ipf- und Jagst-Zeitung.“ Fast zwei Millionen Menschen in Deutschland leiden daran. Vorhofflimmern kann durch anhaltenden Bluthochdruck, Diabetes und koronare Herzkrankheit, aber auch durch eine Überfunktion der Schilddrüse ausgelöst werden. Je länger es andauert, umso schwerer ist es, den normalen Herzrhythmus wiederherzustellen und stabil zu erhalten.

Charakteristisch ist ein dauerhaft unregelmäßiger, oft deutlich beschleunigter Herzschlag: „Am Vorhof des Herzens entsteht elektrisches Chaos“, so Zundler. Die Herzmuskelzellen arbeiten nicht mehr synchron, die Vorhöfe pumpen das Blut nicht mehr zügig in die Herzkammer. Die Herzleistung nimmt ab. Ansonsten gesunden Menschen fällt das nicht unbedingt auf. Oft wird die Erkrankung durch Zufall entdeckt. Andere spüren unangenehmes Herzrasen oder Herzstolpern. Gefährlich wird es, wenn das Blut im Vorhof zum Stillstand kommt: „Dann können sich Blutgerinnsel bilden“, erläutert Zundler. Löst sich ein solches, kann es mit dem Blut ins Gehirn gespült werden und dort Gefäße verstopfen. Die Folge ist ein Schlaganfall. Rund 30 Prozent aller Schlaganfälle, so die Deutsche Herzstiftung, seien auf Vorhofflimmern zurückzuführen.

Der Chefarzt spricht über wahrnehmbare Symptome, Begleiterkrankungen, Diagnose- und Therapiemöglichkeiten wie etwa die Katheter-Ablation und informiert darüber, ob Sensoren und Apps zur Herzüberwachung empfehlenswert sind und was Betroffene selbst tun können, um eine Besserung ihrer Beschwerden zu erreichen.

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