Vor 50 Jahren starb AltbürgermeisterAlois Rothmaier

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Alois Rothmaier. (Foto: Archiv)
Schwäbische Zeitung
Josef Schneider

Alois Rothmaier war der Vater der Rieswasserversorgung: Vor genau 50 Jahren, am 8. September 1962, starb der frühere Ellwanger Bürgermeister im Alter von 65 Jahren durch einen tragischen Verkehrsunfall auf der Straße zwischen Ellenberg und Ellwangen, kurz bevor er die Krönung seines Lebenswerks, den Abschluss der Rieswasserversorgung, erleben durfte. Rothmaier hatte in Wört an einer Veranstaltung am Vorabend des geplanten Wasserfestes der Rieswasserversorgung teilgenommen und war auf der Heimfahrt.

„Weit mehr als ein talentierter und erfolgreicher Verwaltungsmann war er in schwerer Zeit Ratgeber und Beschützer der Bedrängten, als Bürgermeister in einer stürmischer Aufbauperiode, ein Vorbild an Tatkraft und Einsatz“, würdigte sein Nachfolger, Bürgermeister Karl Wöhr, den Verstorbenen in einem Nachruf. Rothmaier stammte aus Wurzach und kam 1930 als Ratsschreiber nach Ellwangen. Nach dem Zweiten Weltkrieg, 1945, wurde er für einige Monate zum Bürgermeister der Stadt bestellt. Es folgten acht fruchtbare Jahre als Verwaltungsaktuar in der Virngrundstadt. In dieser Zeit legte er den Grundstein für die Rieswasserversorgung, Rothmaier war dort Verbandsvorsitzender, ebenso Vorsitzender des Wasserverbandes Obere Jagst. Am 25. Oktober 1953 wurde er zum Bürgermeister gewählt, die Amtseinsetzung erfolgte am 16. Februar 1954.

Als Bürgermeister, bis zu seinem Ruhestand 1962, engagierte sich Rothmaier mit unermüdlichem Eifer und großer Sachkenntnis um die Beschaffung von Arbeitsplätzen durch Industrieansiedlung, um den Wohnungs- und Straßenbau, um die Wasserversorgung und Entwässerung der Stadt, um die Schulen und die Pflege des kulturellen Lebens. In seiner Amtszeit bezog die neu gegründete Bundeswehr am 23. Juli 1956 die Ellwanger Kaserne. Rothmaier ließ das Peutinger-Gymnasium auf dem Gelände der Villa Schönau bauen und ermöglichte den Einzug der Justiz in das Jesuitenkolleg am Marktplatz. Auch die Wiedergründung der Ellwanger Bürgergarde 1958, die Einrichtung der Ellwanger Heimattage 1956 auf dem Schloss, das Kressbachbad und die Fastnachtszunft der Tintenschlecker gehen auf ihn zurück.

„Er war ein großer Freund des Sports, er hatte ein offenes Herz für alle Notleidenden und war ein Freund der Kriegsopfer“, heißt es im „Ellwanger Jahrbuch“. Rothmaier selbst wurde im Ersten Weltkrieg schwer verwundet. Sechs Jahre lang gehörte er dem Kreistag und dem Kreisrat des damaligen Landkreises Aalen an, er war Mitglied des Verwaltungsrates der Kreissparkasse und des Kreditausschusses, und saß im Aufsichtsrat der Gemeinnützigen Baugenossenschaft. Rothmaier erhielt als einer der ersten Bürger des damaligen Kreises Aalen 1951 das Bundesverdienstkreuz zweiter Klasse, und 1962 das Verdienstkreuz erster Klasse.

Bei dem Verkehrsunfall am 8. September 1962 starb auch Sparkassenoberamtmann Martin Schmeh, der Leiter der Kreissparkasse in Ellwangen, er hatte das Auto gefahren. Sparkassendirektor in Ruhestand Hans Stengle und der Rindelbacher Bürgermeister Eduard Merz wurden schwer verletzt.

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