Vogelgrippe: Stallpflicht auch im Ostalbkreis

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Auch im Ostalbkreis gilt müssen die 1800 Halter mit insgesamt rund 500
000 registrierten Tieren die Stallpflicht einhalten.
Auch im Ostalbkreis gilt müssen die 1800 Halter mit insgesamt rund 500 000 registrierten Tieren die Stallpflicht einhalten. (Foto: dpa/Franziska Kraufmann)

Der Minister für ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk MdL, hat eine landesweite Stallpflicht für Haus- und Nutzgeflügel angeordnet. Grund dafür ist die Erkrankung von Tieren am Bodensee und eine europaweite Ausbreitung der Vogelgrippe.

Am 7. November sind die ersten Fälle von Vogelgrippe (hochpathogene Geflügelpestvirus H5N8) in Baden-Württemberg festgestellt worden. Von 229 Vögeln konnten bisher 175 Tiere positiv auf das Virus getestet werden. In Teilen der Bodenseeregion wurden erste Sperrbezirke eingerichtet und Stallpflichten auferlegt.

Im Ostalbkreis ist bisher noch kein Fall bekannt. Das Landratsamt Ostalbkreis hofft, dass die Region verschont bleibt. Zwar könne man sich nicht sicher sein, aber die größte Gefahr gehe derzeit von Zugvögeln auf ihrer Wanderung nach Süden aus und diese bleiben meist bei ihren festen Routen, schreibt die Pressestelle auf Nachfrage der Ipf- und Jagst-Zeitung/Aalener Nachrichten. So sei der Ostalbkreis glücklicherweise auch im Winter 2014/2015 verschont geblieben, als in Norddeutschland HPAI infizierte Zugvögel gefunden worden sind.

Baden-Württemberg will auf Nummer sicher gehen und verhängte nun eine landesweite Stallpflicht für Haus- und Nutzgeflügel. Diese gilt sowohl für gewerbliche als auch für private Tierhalter. Das bedeutet entweder eine Haltung in geschlossenen Ställen oder „unter einer Vorrichtung, die aus einer überstehenden, nach oben gegen Einträge gesicherten dichten Abdeckung und einer gegen das Eindringen von Wildvögeln gesicherten Seitenbegrenzung bestehen muss“, steht in der Verfügung geschrieben.

Je nach Anzahl der gehaltenen Tiere müssen weitere Maßnahmen eingehalten werden, die in der Allgemeinverfügung festgehalten sind. Des Weiteren sind derzeit alle Veranstaltungen, bei denen Geflügel jeglicher Art verkauft, gehandelt oder zur Schau gestellt werden, verboten. Ortsansässige Kleintierzuchtvereine sind davon nicht betroffen, sofern sie ihre Veranstaltungen in geschlossenen Räumen innerhalb ihres Gebietes abhalten können. Sofern keine Fristverlängerung bekannt gegeben wird, gilt die Verfügung bis zum 31. Januar 2017.

Im Gegensatz zu dem Virus, das sich 2006 ausbreitete, ist bei dem H5N8 bisher weltweit keine Übertragung auf den Menschen oder andere Tierarten bekannt. Da das Virus gegenüber Hitze empfindlich ist, wird es beim Durchgaren abgetötet, bestätigt das Landratsamt Ostalbkreis. Allerdings können Mensch und Tier als Überträger fungieren, deshalb sollten verendete Tiere nicht angefasst, sondern beim Veterinäramt (07361/5031830) gemeldet werden.

Die Allgemeinverfügung kann beim Geschäftsbereich Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung des Landratsamts eingesehen oder unter www.ostalbkreis.de nachgelesen werden

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