Videoüberwachung: Stadt will klare Kante gegen Vandalen zeigen

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Angesichts der Zerstörungen am Spielplatz am Schönen Graben will die Stadt nun härter durchgreifen. Im Verwaltungsausschuss des Gemeinderats hat Bürgermeister Volker Grab angekündigt, eine Videoüberwachung in der Parkpalette einzurichten. Die dient schon seit einiger Zeit als Treffpunkt für die Jugendlichen, die mit dem Vandalismus in Verbindung gebracht werden. Darüber hinaus überlegt die Stadt auch, die ständig zugemüllten Containerstandorte in der Stadt mit Überwachungskameras auszustatten.

Anfang der Woche hatte die „Ipf- und Jagst-Zeitung“ über die Verwüstung des Spielplatzes am Schönen Graben berichtet. Aus diesem Grund richtete Herber Hieber, Fraktionschef der SPD im Ellwanger Gemeinderat, eine Anregung an die Verwaltung. Er könne es unterstützen, wenn die Stadt eine klare Reaktion zeige und die Täter zur Verantwortung ziehe. Dies greife aber zu kurz. Zum einen sei der Spielplatz am Schönen Graben in keinem guten Zustand gewesen: „Wo eine Sache nicht in Ordnung ist, ist die Gefahr einer weiteren Verschlechterung am größten“, sagte Hieber.

Zum anderen müsse man überlegen, wie man die 13- bis 17-jährigen Jugendlichen, die ja „im Ansatz bekannt“ seien, erreichen könne. Hieber plädierte deshalb für mehr proaktive Sozialarbeit und zusätzliche Streetworker. Der Sozialarbeiter Andreas Unseld könne diese Arbeit nicht alleine leisten.

Bürgermeister Volker Grab erwiderte: „Was hier passiert ist, war reine Zerstörungswut.“ Der Platz sei zuvor nicht in einem so schlechten Zustand gewesen, der im entferntesten rechtfertige, was dort vor wenigen Tagen geschehen sei. Er selbst habe erst jüngst einige herumlungernde Jugendliche angesprochen, die den Schönen Graben vermüllt hätten. „Ich war froh, dass ich da ungeschoren wieder herausgekommen bin“, fasste der Bürgermeister sein Erlebnis zusammen.

Hariolf Höll (Freie Bürger) erklärte, dass sich seine Frau inzwischen nicht mehr traue, abends durch den Schönen Graben zu gehen. „Das sind Dinge, die gehen einfach nicht“, lautete sein Kommentar.

Grab ergänzte, dass sich die Polizei bei ihren Ermittlungen sehr schwer tue, da die Jugendlichen die Parkpalette als Rückzugsort nutzten. „Kommt die Polizei von vorne, dann springen die hinten runter“, sagte Grab. Er kündigte an, dass eine Videoüberwachung in dem Parkhaus eingerichtet werde.

Darüber hinaus denke die Stadt darüber nach, auch die Containerstandorte in der Stadt mit Kameras zu überwachen, an denen immer wieder wild Müll abgelagert werde (die „Ipf- und Jagst-Zeitung“ berichtete auch hier mehrfach). Im öffentlichen Raum sei dies aber aus Datenschutzgründen deutlich schwieriger als in dem Parkhaus. Die Datenschutzbeauftragte der Stadt sei momentan mit dem Thema befasst. Grab sagte, die Stadt wolle „klare Kante zeigen“.

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