Vater masturbiert vor seiner dreijährigen Tochter

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Ein 40-jähriger arbeitsloser Lagerist ist am Dienstag vor dem Ellwanger Landgericht zu einer elfmonatigen Freiheitsstrafe auf Be
Ein 40-jähriger arbeitsloser Lagerist ist am Dienstag vor dem Ellwanger Landgericht zu einer elfmonatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Der Mann hatte eingeräumt, im Badezimmer vor seiner dreijährigen Tochter masturbiert zu haben. (Foto: Archiv: Rapp-Neumann)
Schwäbische Zeitung

Ein 40-jähriger arbeitsloser Lagerist ist am Dienstag vor dem Ellwanger Landgericht zu einer elfmonatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Der Mann hatte eingeräumt, im Badezimmer vor seiner dreijährigen Tochter masturbiert zu haben.

Neben dem sexuellen Missbrauch wurden dem 40-Jährigen auch noch zwei gewalttätige Übergriffe gegen seinen Sohn zur Last gelegt. So soll er den Sohn als Kleinkind einmal gegen die Wand geworfen haben, ein weiteres Mal habe er dem Jungen, der heute 13 Jahre alt ist, ein Kissen aufs Gesicht gedrückt. Wie es in der Sitzung hieß, sei dies „laut Aktenlage“ sehr wahrscheinlich nur ein kleiner Ausschnitt dessen, was sich tatsächlich alles in der Familie zugetragen hat.

Da sich die Übergriffe gegen den Sohn allerdings vor Jahren, irgendwann zwischen 2009 und 2014, ereignet haben, als die Familie noch in einer Virgrundgemeinde zuhause war, könnten die Anwürfe fallen gelassen werden, erläuterte Richter Norbert Strecker zu Beginn der Verhandlung. In diesem Zuge betonte Strecker, dass sich die Schwere der Angriffe nach so einer langer Zeit kaum noch nachvollziehen lassen. Man habe es hier womöglich „nur“ mit einer einfachen Körperverletzung zu tun und dann greife – zugunsten des Angeklagten – die Verjährung, führte Richter Norbert Strecker aus.

Anders verhalte es sich dagegen mit dem sexuellen Missbrauch der Tochter. Der sei definitiv noch nicht verjährt und deshalb auch zu ahnden. Strecker mahnte, dass der Angeklagte gut daran tue, wenigstens diese eine Tat einzuräumen, um seinen Kindern, die sich heute beide in Therapie befinden, eine Aussage vor Gericht zu ersparen. „Wenn Sie das nicht tun, dann gibt es hier das ganz große Besteck. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass Sie das wirklich wollen. Denken Sie daran, dass es noch weitere Zeugen gibt, die uns bestätigen werden, das es sich so zugetragen hat, wie es in der Anklageschrift steht“, warnte Strecker den Angeklagten. Der tat sich trotzdem mit einem Geständnis sichtbar schwer. Erst nach einer längeren Unterbrechung und einer Besprechung mit seinem Verteidiger räumte der 40-Jährige, der zwischenzeitlich von der Familie getrennt lebt und neu verheiratet ist, den Tatvorwurf ein.

Staatsanwaltschaft, die Nebenklage und Verteidigung verständigten sich daraufhin, den Vorwurf der Körperverletzung fallen zu lassen. Für den sexuellen Missbrauch verhängte das Gericht eine Freiheitsstrafe von elf Monaten, die auf Bewährung ausgesetzt wurde. Darüber hinaus wird dem Mann für die Bewährungsdauer von drei Jahren ein Bewährungshelfer an die Seite gestellt. Außerdem muss er 50 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

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