Varta AG will Teil der Daimlerstraße überbauen

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Der Batteriehersteller Varta Microbattery wächst weiter. Zusätzlich zum Hochregallager, das derzeit auf dem Areal an der Ellwanger Daimlerstraße entsteht, soll nach 2019 eine weitere Produktionshalle kommen. Das Unternehmen plant, dafür den unteren Teil der Daimlerstraße von der Stadt Ellwangen zu erwerben und zu überbauen. Der derzeit vorhandene Fuß- und Radweg entlang der Straße soll auch weiterhin durch das Varta-Areal führen und auch optisch aufgewertet werden.

Für Varta-Vorstandschef Herbert Schein hat das Hochregallager, das derzeit an der Ellwanger Daimlerstraße entsteht, strategische Bedeutung. Damit sei es dem Unternehmen möglich, die Lagerkapazitäten an einem Ort zu bündeln und Platz für die Erweiterung der Produktion zu gewinnen. „Derzeit platzt alles aus den Nähten“, sagt Schein. Doch das Hochregallager ist nur eine Etappe auf dem Expansionsfahrplan des Batterieherstellers. Das Unternehmen erwartet, dass die Produktion von Hörgerätebatterien in den kommenden Jahren von derzeit rund einer Milliarde Stück pro Jahr um 25 Prozent wächst und sich die Fertigung kleiner Lithium-Ionen-Akkus verdreifachen wird. In zwei Jahren könnte sie bereits bei 50 bis 60 Millionen Stück pro Jahr liegen.

Positive Stimmen im Bauausschuss

Deshalb plant Varta einen zweiten Bauabschnitt mit einer zusätzlichen Fertigungshalle, die sich südlich an das Hochregallager anschmiegen wird. Um Platz für diese Halle zu gewinnen, will der Batteriehersteller den Teil der Daimlerstraße, der das Varta-Areal derzeit noch in zwei Teile trennt, erwerben und überbauen. Die Gebäude südlich der Straße sollen dann mit Hochbrücken an die geplante Fertigungshalle andocken.

Mit der Stadt Ellwangen ist das Unternehmen bereits im Gespräch. Der Verwaltungsausschuss des Gemeinderats hat die notwendige Umwidmung des betroffenen Abschnitts der Daimlerstraße in seiner jüngsten Sitzung einstimmig gebilligt, weil die Stadtverwaltung der Ansicht ist, dass dieser Straßenabschnitt entbehrlich ist.

Der Abzweig der Daimlerstraße, der zurzeit die Varta bedient, könnte in einer Wendeschleife enden. In einer ebensolchen Schleife soll auch die Bahnhofstraße enden, die von Süden her zum Gelände des Batterieherstellers führt. Der Güterverkehr von und zur Varta soll über die Bahnhofstraße abgewickelt werden. Varta-Chef Schein betont, dass die Schülerinnen und Schüler, die die Daimlerstraße derzeit benutzen, um zur Mittelhofschule oder zum Berufsschulzentrum zu kommen, dies auch künftig tun können.

Fuß- und Werksverkehr soll entkoppelt werden

Der vorhandene Fuß- und Radweg soll optisch zu einer „Varta-Fußgängerzone“ aufgewertet werden, sagt Schein. Denkbar seien zum Beispiel Informationstafeln, etwa zur Geschichte der Batterietechnik.

Da die Gebäude südlich und nördlich der heutigen Daimlerstraße über Brücken miteinander verbunden werden sollen, kommen sich Fußgänger und Radfahrer einerseits und die Varta-Mitarbeiter andererseits nicht ins Gehege. Da der Lastverkehr über die Bahnhofstraße laufen soll, würde sich die Sicherheit für die Fußgänger und Radfahrer erhöhen.

Schein betont, dass das Unternehmen alle Optionen geprüft habe, etwa den heutigen Fuß- und Radweg um das Firmengelände herumzuführen. Dies hätte zwei Nachteile gehabt: Der Schulweg wäre „um einiges länger“ geworden. Zudem hätte es vielleicht Einschränkungen bei der künftigen Expansion gegeben.

Einen Zeitplan für die Umsetzung nennt Herbert Schein noch nicht. Zunächst sei es wichtig, Planungssicherheit zu erhalten. Und auch nach Realisierung des zweiten Bauabschnitts wird es weitere Ausbaupläne geben: „Unser Platzbedarf ist sicher noch nicht zu Ende“, so der Varta-Vorstandschef

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