Energiekrise: Wie sich Ellwangens Bürger auf den Winter vorbereiten

Sparsames Heizen ist für viele im Winter unvermeidlich.
Sparsames Heizen ist für viele im Winter unvermeidlich. (Foto: Hauke-Christian Dittrich)
Salome Bolbach

Die Außentemperaturen sinken, die Energiepreise aber leider nicht. Im Gegenteil, Gas ist so teuer wie noch nie und viele Deutsche blicken den kommenden Wintermonaten mit wachsender Sorge entgegen.

Die Angst, im Winter wegen der steigenden Energiepreise nicht mehr über die Runden zu kommen, bestimmt den Alltag vieler Bürgerinnen und Bürger. Sparen, sparen, sparen, ist in diesen Tagen wohl das Motto in Deutschland. In ganz Deutschland? Nein. In Ellwangen sind die Bürger im Hinblick auf die kalte Jahreszeit größtenteils optimistisch gestimmt.

„Ich wurde dafür belächelt“, Armin Utz hat sich bereits vor 16 Jahren dazu entschieden, größtenteils unabhängig von Gas- oder Ölanbietern zu werden. Beim Bau seines Hauses habe er sich Holzofen entschieden.

„Heute bin ich gottfroh. Viele beneiden mich darum.“ Diese Entscheidung vor über einem Jahrzehnt lasse Utz heute optimistisch in den Winter blicken. „Ich beziehe zwar ein wenig Flüssiggas, brauche davon aber keine großen Mengen.“ Zusätzlich habe er vor ein paar Jahren Solarpanels auf seinem Dach anbringen lassen. „Ich kann mein Haus fast komplett autark beheizen.“ Sorgen wegen der stetig steigenden Preise mache er sich daher keine.

Auch Martha Weber macht sich wenig Sorgen im Hinblick auf den Winter. „Weniger heizen, wärmere Kleidung anziehen“, erklärt die Ellwangerin. Sie werde versuchen, in den kommenden kalten Monaten vor allem mit Holz und dem Kaminfeuer zu heizen. „Da muss man jetzt halt durch.“

Es ist natürlich eine ungute Situation im Moment“, sagt Albert Wieland, der sich vor zehn Jahren ebenfalls dazu entschieden hat, einen Holzofen einbauen zu lassen. „Ich bin Gott sei Dank nicht auf Gas angewiesen.“

Er könne aber gut verstehen, dass sich viele Menschen Sorgen machen. Die finanzielle Belastung, die im Winter auf Gasabnehmer zukomme, bereite auch vielen seiner Bekannten Bauchschmerzen. Dennoch könne man die Situation nicht ändern. „Wir müssen zurzeit alles so hinnehmen, wie es kommt“, betont Wieland. In Krisenzeiten müsse nun mal jeder einen Beitrag leisten. Trotzdem hofft der Ellwanger, dass die Krise bald ein Ende hat und wieder bessere Zeiten kommen.

Sieglinde Fürst lebt bereits seit vielen Jahren zur Miete in Ellwangen. „Mein Mann und ich machen uns schon ein wenig Sorgen, wenn wir an die Abrechnung denken. Aber wer tut das derzeit nicht?“

Sie werde im Winter weniger heizen und sich wärmer anziehen. „Wir machen uns warme Gedanken und trinken viel heißen Tee.“ Der Winter dauere schließlich nicht ewig, und man habe schon Schlimmeres erlebt. „So vielen Menschen geht es schlechter, da werden wir es wohl überleben, uns ein bisschen wärmer anzuziehen.“

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