Udo Pollmer gibt’s den Veganern

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Udo Pollmer gibt’s den Veganern
(Foto: Archiv)
Bernhard Hampp

Auf sie mit Karacho: Die „grünen Generalgouvernanten“, die „Veganer-Propagandisten“, die Vegetarier, Frutarier und Lichtkostler: Bei der Bauernkundgebung auf der Bopfinger Ipfmesse hat der Lebensmittelchemiker und Ernährungsbuchautor Udo Pollmer für seine provokanten Thesen und Anekdoten stürmischen Beifall erhalten.

Man muss seine Haltung nicht teilen, um anzuerkennen: Dem Bauernverband Ostalb ist mit der Verpflichtung des Redners ein erfrischender Kontrast zu den teils langatmigen Politiker-Vorträgen vergangener Jahre gelungen.

Pollmers These kurzgefasst: „Man könnte die Menschheit nicht ernähren, wenn alle Vegetarier wären.“ Für seine Botschaft erhalte er regelmäßig Morddrohungen von den „Tierschutz-Gläubigen“, so der Redner. Diesen wolle er mit Argumenten „den Heiligenschein nehmen“. Die Behauptung, für die Produktion eines Kilos Rindfleisch würden 15000 Liter Wasser benötigt, sei ebenso an den Haaren herbeigezogen wie diejenige, es würden zehn Kilo Brotgetreide für ein Kilo Fleisch benötigt. Der Großteil der landwirtschaftlichen Flächen weltweit sei nur für Viehhaltung geeignet. Fleisch sei in vielen Fällen ein effizienterer Nahrungsmittellieferant als Obst und Gemüse.

Hinter der „vegangen Propaganda“ und ihren Feldzug gegen die Fleischproduzenten vermutet Pollmer eine Strategie: „Sie tun es, um das Kapital aus den Betrieben zu ziehen, ihre wirtschaftliche Bewegungsfreiheit einzuschränken und sie zu kontrollieren.“ Die „Offiziere“ der Nichtregierungsorganisationen, wollten „den Bauern das Land abjagen“ und Kasse machen.

Den Bauern empfahl Pollmer, mehr Öffentlichkeitsarbeit für ihre Sache zu betreiben: „Lassen Sie sich von den Veganern nicht ins Bockshorn jagen. Schauen Sie, dass Sie die Jugend erreichen, nutzen Sie die sozialen Netzwerke.“

Hubert Kucher, Landwirt aus Schrezheim und seit wenigen Monaten Vorsitzender des Bauernverbandes Ostalb, sieht es ähnlich: „Wie krank muss eine Gesellschaft sein, die das Tier über den Menschen stellt, die unserer Ernährung und Gesundheit hinten anstellt, die keine Ahnung hat, dass Fleischverzehr die Ernährung sichert?“

Kucher forderte die Rückkehr zu fachlichen Argumenten statt „ideologischen Hirngespinsten“ und beklagte Auswüchse, die den Landwirten zu schaffen machten: Sinkende Erzeugerpreise, die kostendeckende Produktion unmöglich machten, Kriminelle, die nachts in die Ställe einbrächen, Gängelungen wie Düngeverordnung. Greening, Flächen- und Produktionsstilllegung. „Wir kontrollieren den letzten Quadratmeter Feldfläche und anderswo verhungern Menschen“, so Kucher.

Landrat Klaus Pavel geißelte in seiner Rede die „ausufernde EU-Bürokratie“ wenn es um Ausgleichsleistungen gehe. „Das ist eine Belastung für Landwirte und die Mitarbeiter des Landwirtschaftsamts.“ Auf der Ostalb gebe es bei landwirtschaftlichen Flächen 50 Prozent Grünlandanteil und 25000 Milchkühe: „Die Ostalb ist nicht geeignet für großflächigen Feldgemüseanbau.“

Roderich Kiesewetter warnte, Lebensmittel zu „verramschen“. Zur aktuellen europapolitischen Situation sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete. „Griechenland soll ruhig den Euro verlassen. Das ist kein Beinbruch. Reisende soll man nicht aufhalten.“ Bopfingens Bürgermeister Gunter Bühler hatte die Landwirte als Hausherr auf der Ipfmesse begrüßt: „Landwirtschaft gehört zur Ipfmesse. Es ist wichtig, dass Bulldogs auf dem Platz stehen.“

Zitate von Udo Pollmer:

„Vegetarier fressen dem Nutzvieh das Futter weg.“

über Veganer: „Diese Religion hat die meisten Anhänger, sie verbreitet sich vor allem in Schulen, betrieben von Lehrerinnen mit Doppelnamen.“

„Nach Angaben der Welternährungsorganisation sind 64 Prozent des Agrarlandes nur zur Haltung von Tieren geeignet.

zu einer Untersuchung, die gezeigt habe, dass Tofu-Essen unfruchtbar machen soll: „Meine Herren, wenn Ihnen ihr Herzblatt beginnt, Tofu zu servieren, dann wissen Sie, dass die die Familienplanung abgeschlossen hat – zumindest mit Ihnen.“

über Karnickel und andere „Veganer“: „Das Karnickel muss jeden morgen für die Eiweißversorgung seinen eigenen Kot fressen. Wenn Ihr Mann auch ein Veganer ist, können Sie nur hoffen, dass er bei der Morgentoilette eine ernährungsphysiologisch richtige Entscheidung trifft, bevor er Ihnen den ersten Kuss gibt.“

„Wenn Sie keinen Pansen haben, können Sie nicht essen wie ein Rind.“

„Die Tiere, die man streicheln kann, und die süße Knopfaugen haben – das ist die inoffizielle Definition, auf die sie alle abfahren.“

„Da man die Schermäuse nicht erwischt, müssen wir ihnen mit Giften und Fallen nachstellen, damit wir genügend Obst für unsere Veganerinnen bekommen.“

„Selbst wenn Sie, gnädige Frau, von Kindesbeinen an nur mit fettem Fisch und Rapsöl ernährt worden wären, ohne Butter und Schmalz, wäre dann beim Stillen aus der einen Brust Rapsöl herausgekommen und aus der anderen Fischöl?“

über Frutarier: „Sie essen nur, was ihnen die Pflanze freiwillig gibt, weil der Landwirt mit dem Mähdrescher den Pflanzen brutal die Füße abschneidet und sie dann verprügelt, um die Körner zu bekommen.“

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