Tourismus: Kein Rekordjahr in Ellwangen

Lesedauer: 5 Min
 Zum ersten Mal seit vielen Jahren sind die Tourismuszahlen in Ellwangen zurückgegangen.
Zum ersten Mal seit vielen Jahren sind die Tourismuszahlen in Ellwangen zurückgegangen. (Foto: Thomas Rathay)
Redakteurin Ellwangen/stellv. Redaktionsleitung

Nach Jahren mit immer neuen Rekorden sind im vergangenen Jahr erstmals weniger Gäste nach Ellwangen gekommen. Es wurden auch deutlich weniger Übernachtungen gezählt. Gegen den Trend. Denn sowohl das Land als auch die Schwäbische Alb haben bei den Tourismuszahlen zugelegt.

55 911 Gästeankünfte zählt die Statistik für Ellwangen, das sind 5,2 Prozent weniger als 2017. Bei den Übernachtungen fehlen 10,1 Prozent, 105 946 waren es im vergangenen Jahr. Mögliche Ursachen für den Rückgang nannte OB Karl Hilsenbek bei der Mitgliederversammlung des Tourismusvereins im Roten Ochsen: Zum einen sei ein Hotel wegen Umbaus das ganze Jahr ausgefallen: „Da fehlen rund 3000 Übernachtungen.“

Zum anderen habe es vor 2018 im Winter eine große Auslastung durch die Monteure der Windräder gegeben, die teils wochenlang da waren. Der OB war optimistisch, das Minus wieder auszugleichen.

Gut angenommen wurden die Stadtführungen, sagte Tourismus-Chefin Ursula Hülle. Teilgenommen haben 7330 Personen (2017: 7190). Neu dazu kommen soll eine Führung mit dem Titel „Kaffeekränzchen“, für Menschen, die nicht mehr ganz so mobil sind.

Der Rundgang ist mit einer Dreiviertelstunde kurz, weitere Stadtgeschichten gibt es dann beim Kaffee und Kuchen in einem Café. Gefragt sind auch die Droschkenlinie und die Kutschfahrten nach Dinkelsbühl. Die fünf Termine in diesem Jahr seien fast ausgebucht, weitere sollen angeboten werden.

Trotz Digitalisierung - Flyer beraten Kunden schnell

Ellwangen macht natürlich auch Werbung: Auf Messen, in Magazinen und Flyern. 2083 Prospekte wurden im vergangenen Jahr angefordert. Und das in Zeiten der Digitalisierung, wunderte sich der OB, der den Gastgebern in Hotels und Pensionen, aber auch seinen Mitarbeiterinnen in der Tourist-Info ein großes Kompliment machte. Die Kunden würden optimal und schnell beraten.

Barrierefreie Räume für Tourist-Info gesucht

Als Beispiel nannte Hilsenbek ein Busunternehmen, das Ellwangen bei einer Fahrt ins Blaue ganz spontan, nämlich am gleichen Tag besuchen wollte, samt Stadtführung und Mittagessen. Die Tourist-Info habe das möglich gemacht und Ellwangen sei jetzt fester Bestandteil im Ausflugsprogramm des Unternehmens. Auch das ist Gästewerbung.

Wie die Werbeartikel von der Tasche bis zum Regenschirm. Ein Gemischtwarenhandel sei das, fand Hans Rieger. Aber einer, auf den man nicht verzichten könne, erwiderte Hülle. Auch wenn die Werbeartikel für ein Minus in der Kasse gesorgt haben. Das wird aber mit jeder verkauften Tasse oder Tasche weiter ausgeglichen.

Standort an Basilika gefunden

Nach dem aktuellen Stand für den Infopoint zur Fürstpropstei auf dem Marktplatz erkundigte sich Eberhard Veit vom Geschichts- und Altertumsverein. Ein Standort an der Basilika sei gefunden, nun müsse noch das Denkmalamt zustimmen, antwortete der OB. Mit der Fürstpropstei will Ellwangen künftig verstärkt werben. Deshalb sind auch Flyer und ein entsprechender Internetauftritt geplant.

Und schließlich ging es noch um die Tourist-Info, die ja auf dem Marktplatz gut aufgehoben wäre. Man sei auf der Suche, sagte Hilsenbek. Aber nicht nur nach Räumen für die Tourist-Info, sondern nach Büros für Rathaus-Mitarbeiter und die Geschäftsstelle der Landesgartenschau. Das Problem: Die Tourist- Info müsse barrierefrei sein. Und das sei „in unserer wunderschönen Stadt“ nicht ganz einfach.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen