Topmanager wirbt um Frauen für Porsche

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Petra Rapp-Neumann

Hochkarätiger Besuch aus Stuttgart in Sankt Gertrudis: Andreas Haffner, seit Oktober 2015 Vorstand für Personal- und Sozialwesen der Porsche AG mit rund 30 000 Mitarbeitern weltweit, hat 45 Schülerinnen der Abiturkurse Gemeinschaftskunde einen Vormittag lang Rede und Antwort gestanden.

Die Mädchen löcherten den Topmanager mit Fragen zum Arbeitgeber Porsche, zur Frauenquote und Frauen in Führungspositionen, Ausbildungsmöglichkeiten und Karrierechancen für Frauen, zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie und zum autonomen Fahren.

Anlass des Besuchs war die Handelsblatt-Aktion „Chef zu gewinnen“, an der sich bundesweit 18 Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen beteiligen. Dabei geht es um die Arbeitswelt der Zukunft und darum, Wirtschaft und Schulen zusammenzubringen. Vielleicht ist das Unternehmen des einen oder anderen „Chefs“ der zukünftige Arbeitgeber.

In Ellwangen wollte der Porsche-Personalvorstand künftige Berufseinsteigerinnen für den Arbeitgeber Porsche und für technische Berufe begeistern. Man könne es sich nicht länger leisten, weibliche Nachwuchskräfte zu vernachlässigen. Auch deshalb hat es Andreas Haffner besonders gefreut, dass sich Sankt Gertrudis als (fast) reines Mädchengymnasium für die Aktion „Chef zu gewinnen“ beworben hat. Begabter weiblicher Nachwuchs wird dringend gesucht, von der Chemie- und Pharmaindustrie ebenso wie von Energieversorgern, Versicherungen und Herstellern exklusiver Sportwagen wie Porsche. Beeindruckt war Haffner von kritischen Fragen der Schülerinnen wie der, ob Porsche nicht besser nur noch Elektroautos bauen sollte.

„Wir bei Porsche sind gut unterwegs in puncto Frauen in Führungspositionen“, findet Haffner. Für Frauen, die leitende Positionen übernehmen möchten, gebe es Coachings. Dass Chancengleichheit kein Selbstläufer ist, hat der 51-Jährige längst erkannt und setzt sich für Frauen im Unternehmen ein: „Die Vergütung von Führungskräften ist an die Förderung weiblicher Arbeitnehmer gekoppelt“, erklärt der Personalchef.

Von 30 000 Porsche-Mitarbeitern sind nur 15 Prozent Frauen

Das mag den einen oder anderen Alphamann zum Umdenken bewogen haben. Und doch ist auch bei Porsche noch Luft nach oben: von rund 30 000 Mitarbeitern sind nur 15 Prozent Frauen. Während etwa 52 Prozent der Hochschulabsolventen weiblich sind, sind es im Ingenieursbereich nur rund 20 Prozent. Porsche wirbt unter anderem mit attraktiven Teilzeitprogrammen, um während der Elternzeit den Kontakt zu den Arbeitnehmerinnen nicht zu verlieren. An allen größeren Standorten werden Kitaplätze angeboten.

Und, unschlagbares Argument: „Porsche hat die beste Kantine landauf, landab“, scherzte Haffner. Davon können sich die Sankt-Gertrudis-Schülerinnen bei ihrem Gegenbesuch im Stuttgarter Porsche-Zentrum demnächst überzeugen.

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